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sprechen soll. So ist z. B. eine herrliche Zeichnung- vonAd. Eberle, einem leider früh verstorbenen, höchst begabtenSchüler von Cornelius, „Die Juden in Babylon", trotzdemdass zwei Stellen aus den Psalmen als Erklärung beige-geben sind, durchaus und völlig unverständlich und uner-klärbar.
„Christi Einzug in Jerusalem" von G. Rudolph Elster,eine vortrefflich gezeichnete, sehr figurenreiche Composition,leidet ebenfalls an diesem Zwiespalt der symbolischen Be-deutung mit der wirklichen Erscheinung und erfordert einsehr aufmerksames Eingehen in des Künstlers Absichten,um verstanden zu werden. Der Künstler hat in vielenGruppen alle Seelenbewegungen, alle Leidenschaften dar-stellen wollen, welche das Ereigniss in seiner ganzen Trag-weite hervorrufen kann; es ist nicht bloss Christi Einzugin Jerusalem, sondern zugleich des Heilandes Einzug in dieWelt; es nicht bloss das jüdische Volk, welches den Hei-land empfängt, es soll zugleich die ganze Menschheit inihrem Für- und Gegenstreben sein.
Unter der Darstellung des wirklichen Ereignisses, liegtein anderes grösseres verborgen und doch tritt jenes ganzbestimmt realistisch in die Erscheinung; jede dieser Gruppen,jede dieser Figuren repräsentirt nicht nur sich, ihr Wesen,ihre Leidenschaften, sondern sie soll das Wesen und dieLeidenschaften ganzer Menschen-Classen, ganzer Völkerrepräsentiren; so kommt es, dass die ganze Darstellung inihrem Wesen höchst unwahrscheinlich erscheint, währendder Künstler in formeller Beziehung gerade eine möglichstwahrscheinliche Erscheinung angestrebt hat. Um uns nochmehr zu verwirren, kommt hinzu, dass neben den Figuren,welche gewisser Maassen ganze Kategorieen repräsentiren,andere nur persönlich und für sich auftreten; neben denMotiven mit symbolischer Bedeutung, erscheinen solche,welche eine bloss individuelle Bedeutung haben, Und diesesind wir deshalb geneigt, auf dem Standpunkte des All-gemeinen , worauf uns der Künstler gestellt hat, ganz