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Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
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bemächtigte. Glockenklang und Weihrauchduft gewährteneinen neuen Reiz und eine fremdartige "Würze für die aufdem kühlen Parnass und Helikon Fröstelnden und ausdem bacchischen Taumel Ernüchterten; das alterthümlicheKirchengepränge brachte neue Farben in die abgeblasste,farblose Welt.

Göthe verglich dieneupoetischen Katholiken", wie ersie nannte, mit Kindern, die Procession spielen.

Aber aus dem Spiel ward Ernst; heisse Gemütherberauschten sich an den poetischen Klängen und Düften,die Religion, welche Anfangs nur ein Element der Poesiesein sollte, machte ihr selbstständiges Recht geltend, siekonnte nicht dienen: sobald sie einmal anerkannt war,musste sie herrschen.

Die Dichter, welche zuerst die religiösen Gefühle nurals eine neue Art von Maschinerie für die poetische Scenegebraucht und den geistlichen Rock als Maske getragenhatten, lebten sich bald ganz hinein und wurden, was sieAnfangs nur gespielt hatten, Priester und Propheten.Ausserdem hatte sich, in Norddeutschland besonders, durchdie ganze ungläubige Zeit hindurch das Christenthum inder Form einer Art von rationeller Moralreligion erhalten,womit es den Leuten aufrichtig Ernst war; aber diesesChristenthum war den poetischen Gemüthern zu nüchtern,die Verstandesthätigkeit, welche es immer anregte, warermüdend, man sehnte sich nach Wärme und Behaglich-keit und war herzlich froh, als nun plötzlich die Poetenund Aesthetiker eine Gefühlsreligion zu Ehren und Rechtenbrachten.

Nun proclamirte man die Religion als Grundlage undUrsache aller Dichtung: ohne Glauben und Frömmigkeitsollte fürder keine poetische Begeisterung mehr mög-lich sein.

Auch die bildende Kunst musste folgen; aus denPolterkammern und Schutthaufen, wohin die aufklärendeZeit sie verwiesen, zog man die Kunstwerke des Mittel-