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Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
Entstehung
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Genug davon! Steinle hat trotz der Ungunst des Gegen-standes ein in vieler Beziehung vortreffliches Werk ge-schaffen; in der Anordnung der Gruppen herrscht grosseKlarheit. Die Linienführung im Ganzen, die Zeichnung derFiguren im Einzelnen ist von grosser Schönheit, und, wasnoch mehr ist, das Ganze athmet eine gewisse Innigkeit,eine Frömmigkeit, welche selbst in einem solch hochcere-moniösen Act und unter den widersprechenden Formen desHofdienstes nicht ganz erstickt ist.

Cornelius hat die Sache im Allgemeinen ähnlich be-handelt, wie das denn auch nicht wohl anders möglich ist;indessen herrscht in seiner Darstellung bei mehr Grösseund Erhabenheit, in einzelnen Motiven und Gestalten, imGanzen mehr Kälte und weniger Gefühl; als ich seinenEntwurf in der ersten allgemeinen Ausstellung in Münchensah, konnte ich nicht umhin, zu denken, wie der Meisterdieses Bild gegen eigenen Willen und Ueberzeugung, nachfremder Angabe gemacht habe, und wie er deshalb sokühl und so frostig, und ohne das Leben und das enthu-siastische Feuer erscheint in diesem Bilde, gegenüber seinenanderen Werken. Bei Steinle's Bild ist das nicht der Fall;der fromme Künstler hat sich an dem christlich-mystischenTheile seiner Aufgabe begeistert und sich durch die in-congruente Zugabe dazu nicht stören lassen; sein Bild istdeshalb auch wärmer und wärmender geworden, als dasseines siegreichen Concurrenten, und der Künstler hat,wenn nicht den Sieg errungen, doch grossen Ruhm mitseinem Werke verdient.

Aber der grösstc Reiz Steinle'scher Kunst erscheintnicht in den grossen und gewaltigen Darstellungen bibli-scher oder christlich-kirchlicher Gegenstände, in seinen mys-tisch-frommen Gebilden, in welchen er oft bis in's ganzAbstruse und in eine dem Schönheitssinne und dem Kunst-verstande widersprechende Symbolik sich verliert, sondernin seinen märchenhaften und romantischen Darstellungenaus Legende, Sage und Dichtung.