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nahe gleicher Höhe als Kunstwerk steht Kaulbach's Rei-neke Fuchs, nur dass der Gegenstand weniger tiefen Inhaltund weniger Gelegenheit zu anmuthiger Darstellung bietet.
Gleicher Richtung, wenn auch von anderem Inhalt,wie die eben besprochenen Werke Kaulbach's, gehören dieWerke Moritz von Schwind's an, auch sie sind mehr Dicht-ais Malwerke.
Auch dieser Künstler geht weit über die Grenzen derDarstellung und des Darstellbaren hinaus, seine Bilder er-zählen in der Weise einer Dichtung in Worten.
Schwind's eigentlichstes, eigenstes Revier ist das deut-sche Märchen, welches er in Bilder-Cyklen darstellt, mitsolcher Innigkeit des Ausdrucks, mit solchem heiterenHumor und zugleich mit solcher Eleganz und zierlichenSchönheit der Form, dass er in diesem Fache seines Gleichennicht hat.
Auch in Schwind's Werken herrscht die Zeichnungvor über die Farbe und malerische Wirkung, jedoch er-strebt er letztere, in so weit sie zur Darstellung des Gegen-standes nöthig ist; seine leichtspielenden, arabeskenartigenDarstellungen erscheinen vollkommener im leichten Aqua-rell, als in der anspruchsvolleren Oelmalerei, in welchersie ihm meistens etwas dürftig, trocken und hart gerathen.
Schwind's vollendetstes und seine Kunstweise am voll-ständigsten darstellendes Werk ist das Märchen von densieben Raben und der treuen Schwester, welches einenganz ungewöhnlich einstimmigen Beifall fand. Der Künst-ler hat darin mit eben so viel poetischem Gefühl, als ma-lerischem Verständniss ein altes Volksmärchen erweiterndund vervollständigend nachgedichtet und ein Werk ge-schaffen, welches wirklich reizend ist, geistreich gedachtund vortrefflich vorgetragen, schön und anmuthig in dermalerischen Erscheinung, sehr interessant in den einzelnenBildern, und im Ganzen selbst ohne Commentar für dendem Gegenstande nicht ganz Fremden leidlich verständlich.
Auf dem ersten Bilde, welches als Einleitung dient,