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wiesen den grössten Werth im Kunstwerk dem individuellenGefühle des Künstlers zu, sie glaubten sogar, aus diesemganz allein schon schaffen zu können. Begeisterung, In-spiration sollte Alles thun.
Die jungen Künstler, welche wirklich Begeisterung imHerzen fühlten, Hessen es sich nicht zweimal sagen; sieverwarfen alles bisher Geglaubte und Gelernte und fingenauf ihre eigene Weise an. Da die Romantiker nun aberauch allen Ursprung, sowie auch die Summe aller Poesieund Kunst nur in der Religion finden wollten und diesenur in der Kirche, so wandten sich die begeisterten Künstlervor Allem der Religion zu, sie wurden Christen und Katho-liken, sie arbeiteten nicht nur zum Ruhme der Kunst, son-dern mehr noch zur Ehre Gottes, und damit kam Wärmeund Ernst in die Kunst, und das war vor allem nöthig,Overbeck fasste diese Richtung am wärmsten und ener-gischsten auf und ward ihr Apostel.
Aber es musste bei aller Frömmigkeit doch eine Formgefunden werden, worin diese sich aussprechen konnte,denn das Kunstwerk ist nur zur Hälfte geistig; die Formnun suchte man in der Nachahmung der altdeutschen Kunst.
Die altdeutsche Kunst, sobald sie die unbeholfenenAnfänge und die römisch-byzantinischen Traditionen ver-lässt, folgt für die Form der individuellen Natur, ohne alleideelle Bedenken. Ihr einziges Bestreben ist Charakteristikund Ausdruck. Auf dieselbe Weise suchten auch dieKünstler, welche die neue Aera unserer Kunst begannen,eine ihrem Sinne entsprechende Form zu finden. — Aufdiesem Wege begegneten sich Overbeck und Cornelius.
Dass dabei Anfangs ziemlich sonderbare Werke ent-standen, ist erklärlich; frühe Werke von Overbeck, vonSchnorr und Anderen sehen uns gar seltsam an und mehrnoch so, als Cornelius' Nibelungen, in welchem die Nach-ahmung der Altdeutschen doch nicht ganz so streng undbeschränkt erscheint.
Kunstfreunde und Kenner erhoben bei dem ersten