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Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
Entstehung
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Religion vereint ihre höchste Ausblüthe finden; es ist ihnennur gelungen, für eine Zeit lang eine beinahe allseitigeVerwirrung und Verirrung auf allen diesen Gebieten hervor-zubringen; nur auf dem Gebiete der bildenden Kunst istder Erfolg ihrer Bestrebungen wirklich fördernd und heil-sam gewesen, wenn auch wahrscheinlich ein anderer, alsder, welchen sie erstrebten.

Es ist uns heute beinahe unbegreiflich, wie es möglichwar, mit "Wissen und Willen aus jenem klaren Geisteslicht,welches Lessing, Schiller und Goethe überall hin verbreitethatten, in eine dunkle, trübe Traumwelt zurückzukehrenund, statt an lebensvoller Wirklichkeit und an den Meister-werken der grossen Meister sich zu erleben, wie die Seelender Abgeschiedenen in A'ides' Reich schattenhaft mit Schattenzu verkehren; dennoch gefiel dieser Wechsel den weichenGemüthern jener Zeit, und diese weichen Gemüther bildetenund bilden wohl noch die Mehrzahl in unserem Volke.

Welche Wirkung diese Bestrebungen auf unsere Poesieund Literatur geübt haben, brauche ich nicht weiter zuberühren; das Urtheil darüber ist längst gefällt. Was diebildende Kunst betrifft, so waren es die Ansichten. Goethe's,der in jener Zeit wohl das richtigste und bewussteste Ur-theil über dieselbe besass und aussprach, wenigstens inDeutschland, welchen die Romantiker, die Tieck, Schlegel,Novalis, anders lehrend entgegentraten.

Es ist nicht zu läugnen, dass die Goethe'schen Kunst-ansichten bei aller Klarheit eine gewisse Kälte haben undverbreiten; die gar zu hoch gesteigerten Ansprüche an dieReinheit der Form, die geforderte Steigerung zu idealerMenschlichkeit und ein rein objeetives Verfahren mit demGegebenen lassen der Individualität des Künstlers zu wenigSpielraum in seinem Werke, und nur was der Künstleraus seiner Seele in sein Werk legt, spricht wieder zur Seeledes Beschauers.

Die Romantiker machten die Kunst von den Bandenund Regeln der ästhetischen Formbedingungen frei, sie