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Wendung- des Künstlers zeigt in eine veränderte Gedanken-und Sinnesrichtung hinein, in die christlich-religiöse Rich-tung. Es ist „Jesus als Knabe träumend im Schoosse derEngel", eine Skizze zu einem grösseren Gemälde, vor dessenAusführung der Künstler starb (1812).
Ein seltsames Werk, seltsam im Gedanken und selt-sam in der Form. Auf AVolken liegt der Knabe Jesusschlafend, ganz nackt; rings herum knien Engel anbetend,schützend und verehrend; der schlafende Knabe aber strecktträumend seine Hände wie sehnsüchtig nach einem Kreuze,welches am Himmel in einer Strahlenglorie erscheint.
Es ist ein eigenthümlich träumerisch-poetisches Gefühl,aus welchem dieses Bild entstanden ist; man kann vielleichtdunkel nachfühlen, was der Künstler gedacht und gewollthat, schwerlich aber es sich zur klaren Anschauung bringen.
Wäre es aber dem Künstler auch gegönnt gewesen,■dieses Werk auszuführen, auf welches er einen grossenWerth legte, es wäre dennoch nicht geworden, was es wer-den sollte, ein christlich-frommes Kunstgebilde.
Aus der antiken Welt- und Kunstanschauung-, worindie Künstler jener Zeit sich hineingelebt und gedacht hatten,ging kein directer Weg in die christliche Welt und Kunsthinüber; Poesie und Literatur mussten ihn erst vorbahnen,und dann noch war es für die bildende Kunst nöthig, einengewaltigen Umweg einzuschlagen, ja, geradezu erst rück-wärts zu gehen, um sodann auf neuer Bahn vorzuschreiten.
Es hatte allerdings zur Zeit, als Schick dieses seinletztes Werk schuf, in der Poesie eine gewaltige Um-wälzung begonnen; die Romantiker waren von dem klarenOlymp und Helikon in die mondbeglänztcn Zaubernächte•des Mittelalters hinab gestiegen, und das ganze empfäng-liche Publicum war ihnen gern gefolgt; Tieck und Schlegelhatten auch der bildenden Kunst einen neuen Glauben ge-predigt sowohl nach Inhalt, wie nach Form und hattenunter den Künstlern begeisterte Anhänger gefunden, ja, eswird uns berichtet, dass es geradezu Tieck's „kunstliebender