— XXXVI —
Wie damals (1853), als ich nach Antwerpen kam umvon den Connexionen meines Freundes Pieron Nutzen zuziehen, gerade diese Connexionen abrissen, indem der mirbefreundete Director der Kunstschule (Wappers) seinenPosten verliess, der mir befreundete Minister und seine ganzePartei vom Ruder trat und ich somit keinen der Vortheilefand die ich gesucht hatte, so geht es überall. Ich habemit meinen näheren Freunden später einflussreiche Beweg-ungen in der Künstlerwelt hervorgerufen, deren Wirkungensich auf die ganze deutsche Kunstwelt und darüber hinauserstrecken, und seit zwei Jahren, consequent und sicher,sobald die Sache fertig ist, bemächtigen sich die ursprüng-lichen Gegner und Feinde derselben und tragen Vortheil,Ehre und Ruhm davon. —
Meine wenigen wirklichen Freunde und Genossen sterbenund verderben, wie wenn sie verwünscht wären. Von denFeindseligkeiten unter der Künstlerwelt machst Du Dirkeinen Begriff; Dummheit, Kleinlichkeit und Eifersucht sindüberall thätig, die Wohlwollenden und Guten sind, ihrerNatur nach, meistens indifferent. Ueberall herrscht Coterie undPersönlichkeit. Ist es nicht unerhört, dass ich in Hamburgerst ein einziges Mal ein Bild verkauft habe, wo die Unter-geordnetsten so viel Vorschub geniessen; ich bin der ein-zige Hamburger Künstler, der in der neuen Gallerie da-selbst nicht repräsentirt ist. (Auch heute noch nicht! DerHerausgeber.) Aber ist es auch ein Wunder! Meine näch-sten Freunde und Verwandten gehen nicht einmal zur Aus-stellung, wenn ich dort ein Bild ausstelle, und reden keinWort von dem Maler, ihrem Vetter, Bruder etc., denn dassderselbe ein Maler ist, ist ihnen ja eben ein Gräuel. Hiernun habe ich das Unglück mit der akademischen Leitung