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Anspruch und sein einziges Bestreben ging dahin, denältesten Sohn zu einem tüchtigen Kaufmann heranzubilden.
Aber neben dem strengen Vater waltete die gütigeMutter, welche die Neigung zur Kunst und Poesie, die sichbei dem Knaben schon früh zeigte, unterstützte, allerdingsnur so weit, wie sie es als Kaufmannsfrau begriff. Manhatte eben in den damaligen Hamburger Kaufmannsfamilienwenig Sinn für die Poesie, aber noch weniger Sinn für dieMalerei. Die Maler, obgleich einige damals in Hamburg'lebten, galten für sehr überflüssige Menschen, welche nichtsNützliches schafften und eigentlich keine Berechtigung zurExistenz hatten. Die starre puritanische Frömmigkeit,welche in den Familien herrschte, machte diese Anschau-ung sehr erklärlich. Aber der Drang zur Kunst Hess sichbei dem Knaben nicht zurückdrängen und nach vielemBitten geschah das zuerst für ganz unmöglich Gehaltene,Hermann durfte bei einem alten Franzosen, welcher einstvor den Stürmen der Revolution geflohen war und inHamburg ein neues Heim gefunden hatte, Zeichenunter-richt nehmen.
Den Ansprüchen, welche eine Hamburger Kaufmanns-familie an den Zeichenunterricht stellte, genügte der alteHerr vollständig, denn man verlangte von ihm nur, seineSchüler so weit zu bringen, dass dieselben befähigt wurden,zum Geburtstage des Herrn Vaters oder der Frau Mutterein Bildchen anfertigen zu können. Gewöhnlich stelltedas in Aquarellfarben ausgeführte Kunstwerk den Tempelder Liebe nebst einigen sich schnäbelnden Tauben dar,oder es zeigte einen Altar, auf welchem flammende Herzenruhten, umrahmt von einem Kranze, der aus sehr blauenVergissmeinnicht, ungemein rothen Rosen und gelben