auch den älteren Strassenarm, der, wie wir früher gesehen,bereits unter Drusus von Ryndern über Millingen nach demEltenberge und dann rheinabwärts geführt wurde, angibt,während die jüngere Tafel auch den jüngeren Strassen-arm, der erst zum Theil gen Ende des 3. Jahrhundertsmit der Anlage von C. Herculis in's Dasein trat, aufge-nommen hat. — Wir überlassen es, nachdem wir über diesenverwickelten und bisheran völlig dunkeln Strassencomplexin den Hauptpuncten Licht gewonnen, dem Leser, die Zweck-mässigkeit der verschiedenen Strassenzweige zur Verbin-dung der verschiedenen Ortschaften in der Nähe sowohlwie nach der Feme hin, auf der Karte im Einzelnen weiterzu verfolgen, und kehren zu nnsern historischen Erörterun-gen zurück.
Indem wir die zahlreichen Kämpfe, welche unter Maxi-mianus, Constantius und Constantinus mit den unaufhörlichüber den Rhein dringenden Franken vom Ende des 3. biszur Mitte des 4. Jahrhunderts geführt wurden, übergehen,bemerken wir bloss, dass die wiederholt zerstörten Befesti-gungen und Ortschaften, wie wir sie bisheran kennen ge-lernt, von den Römern immer von Neuem wiederaufgebautund die Rheingränze mit unermüdlichem Eifer vor feind-lichen Angriffen gesichert wurde. Ebendasselbe geschahauch noch in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts unterJulianus, der namentlich die Ortschaften Castro, Herculis(Dorenburg) und Quadriburgium (Qualburg), die bereitsunterdessen zu „Civitates" herangewachsen waren, in ihrenfrüheren Stand wiederherstellte. 21 ) Die letzten eben sokräftigen als umfassenden Maasregeln für die Befestigungder Rheingränze gingen im J. 369 von Valentinianusaus, dessen neue Verteidigungsanlagen zwar hauptsäch-