72
indem der Feldherr auf der von ihm angelegten Strassevon Xanten abwärts über Ryndern nach Millingen zog,hier auf die Insel übersetzte, und dann, über den obernTheil derselben hinweg, die Richtimg nach dem Haubergenahm, wo er auf das germanische Ufer überging, umseinen Zug durch das Thal hinter dem Eltenberge und deralten Yssel entlang, bis zur Lippe hin weiter fortzusetzen.Die ganze Localität aber, wo diese umfassenden Vorberei-tungen sowohl zum See- als zum Landkriege getroffenwurden, stand unter dem Schutze des dicht dabei gelegenenCastells auf dem Eltenberge, und wir erkennen nach demBisherigen in diesem genau umgränzten Terrain den Schau-platz der wichtigsten Unternehmungen des Drusus (undtheilweise auch des Tiberius und Germanicus), die einstan diesem Orte ihre Vorbereitimg und ihren Ausgangspuncthatten. Dies wird denn auch in einer ehedem am Triumph-bogen des Drusus zu Rom vorhandenen, wenn auch ver-stümmelten Inschrift, in folgenden Worten noch deutlichgenug angedeutet: AD DIVORTIA RHENI PER-VASI HOSTILES DEPOPVLATOR AGR......||
DVM TIBI BELLA FORIS AETERNAQ SVDO
TROPEA HIS TER...... || °)
An diese durch Drusus und seine Nachfolger gegen dieGermanen gerichteten kriegerischen Unternehmungen, welchesich so innig an unsre Landschaft knüpfen und die zu denbedeutendsten der römisch - deutschen Geschichte gehören,schliessen sich zwei andere Begebenheiten, die gleichfallsfür unsere Gegend ein besonderes historisches Interesse dar-bieten. Dahin gehört zunächst die im J. 8 n. Chr. statt-gehabte Verpflanzung einer grossen Anzahl überwundenerGermanen (angeblich 40000, meistens Sigambern) auf die