Seite von den Ueberresten des ehemaligen grossen Bann-deiches begleitet wird. Dass hiernach einstens der Rheinseinen Lauf von Cleve aus nach Norden über Ryndern ge-nommen, ist sicher, und dass dieses bis in's Mittelalter nochder Fall gewesen, wird durch Urkunden hinreichend beglau-bigt. 8 ) Ebenso lehrt die örtliche Untersuchung, dass in derfrühesten Zeit die Waal ihren Lauf in dem bezeichnetenalten Bette dem Hügclzuge entlang nach Westen gehabthabe: ob aber zu der Zeit, als die Römer zuerst an denRhein harnen, dieses letztere Verhältniss noch bestanden,oder damals schon die Rheintheilung unterhalb Schenken-schanz, wo sie während des Mittelalters bis in die neuereZeit andauerte, sich befand, lässt sich weder aus Ueberliefe-rungen noch aus örtlichen Untersuchungen entscheiden; nurso viel wissen wir, dass im Mittelalter bis in die neuereZeit der Rhein von Schenkenschanz aus weiter an Lobith,Elten und Aart vorbei lief, in welcher Strecke noch dasfrühere Rheinbett unter dem Namen „alter Rhein" erhaltenist, sich dann mit dem jetzigen Rheinlaufe vereinigte, unddie Richtung desselben bis nach Amheim hin beibehielt;dass ferner ein anderer Wasserarm bei Lobith nach Westen,grossentheils in der Richtung der heutigen Waal, über Mü-lingen nach Nymwegen ging. °) Es bliebe also noch dieFrage, ob der Wasserarm vom Scheidungspuncte bei Cleve,oder der vom Scheidungspuncte bei Lobith zur Römerzeitder Hauptstrom der Waal gewesen sei, oder mit andernWorten, ob die Rheintheilung zur Zeit der Römer noch beiCleve, oder aber schon unterhalb bei Lobith stattgefundenhabe. Unsrer Ansicht nach hatte bei Ankunft der Römerdie Rheintheilung unterhalb Schenkenschanz bereits bestan-den, doch so, dass westlich von Cleve ein schwächerer Was-
Druckschrift
Die Rheinlandschaft von Nymwegen bis Xanten unter der Herrschaft der Römer : nach den Quellenschriftstellern und eigenen Localforschungen dargestellt
Entstehung
Seite
4
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten