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Geschichte der Grafen von Winzenburg
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dachte, wie er, auf erhöhetem Stuhle das Weltall überschauend,Eecht und Gerechtigkeit auf Erden unter seinen unmittelbarengöttlichen Schutz nahm, ist der Graf an der Malstätte des Ge-richts dargestellt: auf erhabenem steinernen Sitze dem Ding-stuhle thronend, im langen Gewände, die eigenthümlich ge-formte Kappe auf dem Haupte, über die Kniee gelegt das in derScheide steckende Schwert, das eigentliche Attribut des denBlutbann (Strafgewalt über Leib und Leben) handhabendenEichters 1 ). Die Legende des runden Siegels lautet: Herimannu(s)D(e)i Gra(tia) comes de Wincenburch.

Nach den obigen Definitionen kann von einem Wappensiegelder Winzenburger im heutigen Sinne nicht die Rede sein. Wenndennoch der bekannte Fabelschreiber Letzner (f 1613) versuchthat, ein goldenes, innen und aussen mit Enden versehenes Hirsch-geweih auf blauem Grunde als Wappenbild dieses Geschlechtsin die Heraldik einzuschmuggeln, so beruht das lediglich aufseiner eigenen Erfindung 2 ).

') Z. d. H.-V. IX. Jahrg. (1876), 6. 2 ) Koken, W. 139 f. Zeichnungaieser Fälschung bei Harenherg a. a. 0. Taf. 28, Nr. 17. Danach ist auchaas ehemals im Kathause zu HiMesheim, jetzt im aortigen Museum befina-liche, nach Letzners Phantasie auf Glas gemalte Wappen mit aem Hirsch-geweih, bezeichnet: n 3e greue v. win(zen)borch", zu beurtheilen.