Druckschrift 
Geschichte der Grafen von Winzenburg
Entstehung
Seite
206
Einzelbild herunterladen
 

206

Godescalci (d. J.) comitis filius de Asloe genannt. Dieser Gott-schalk d. J. war der Zeit wie dem Inhalte einer Urkunde vomJahre 1065 zufolge, durch welche König Heinrich IV. in Trierdem Domstift Hildesheim einen Forstbann schenkt, unzweifelhaftder Gotescalcus comes, welcher darin als zustimmend aufgeführtwird 1 ). Seines Vaters Name kommt in Urkunden nicht vor,allein die Wiederkehr des Assel'schen Familiennamens Eckhardbegründet hinreichend die Annahme, dass der Bkkehardus (III)comes, welcher am 20. Mai 1029 in Thüngen Kaiser Konrads ILVerleihung des Herzogthums Baiern gegen Weissenburg anseinen Stiefsohn, Herzog Ernst II. von Schwaben vermittelte 2 ),der Vater Gottschalks d. J. war. Unfraglich war der VaterEckhards III. jener Godescalcus, Eggihardi praesidis filius, dessenEhe im Jahre 1019 in Goslar gelöst wurde 3 ). Diesen VaterGottschalks d. Ä. wiederum bezeichnet eine in Subiaco bei Kornam 31. Juli 999 zu Gunsten des Klosters Gernrode ausgestellteKaiserurkunde 4 ) so bestimmt als comes (nicht marchio) Eggi-hardus, dass seine Identität mit unserm Grafen Eckhard II. vonAssel, abgesehen von weiterhin folgenden Gründen, schon jetztkaum in Zweifel gezogen werden kann. Er war der Ur-Ur-Grossvater des Erzbischofs Heinrich (I.) von Magdeburg undBesitzer der Asleburg, auf welcher er im Jahre 984 die Rechteseines Königs so mannhaft vertheidigen half.

Bei der Kaiserin-Wittwe Theophanu stand Graf Eckhard H.in hohem Ansehen. Als die Herzöge Miseco (von Polen) undBolizlav (II. von Böhmen), die wir noch vom Jahre 984 her alsFreunde und Anhänger Herzog Heinrichs II. von Baiern kennen,im Jahre 990 mit einander in Fehde geriethen, bat Ersterer dieKaiserin, welche sich derzeit in Magdeburg aufhielt, um Unter-stützung. Diese sandte den dortigen Erzbischof Giselar, die

*) Or. G. IV, 481. 2 ) Posse, C. d. S. r. I, 1, S. 291, Nr. 72; Jaffe,B. r. Germ. V, 35. Ueber die Echtheit der Urkunde vgl. Posse, Markgr.v. Meissen 93, Note 309, wo Z. 2 v. u. 252 statt 452 zu lesen ist. Posse inletztgenanntem Werke identifiziert übrigens consequent unsern Grafen Bckrbard von Assel mit den Markgrafen Eekehard I. u. II. von Meissen. (s. das.S. 33, 39, 88, 92 ff.) Ebenso Sickel in Bd. II der M. G. DD. nach dem Ke-gister S. 940 s. v. Eggihardus. 3 ) Ann. HM. in M. G. SS. III, 95 zu 1018,in welchem Jahre der Kaiser aber nicht in Goslar war. Vgl. Stumpf, B. K.Nr. 1717. 4 ) M. G. DD. H, 2, S. 754, Nr. 326; v. Heinemann, C. d. A. I,69, Nr. 88; Posse, C. d. S. r. I, 1, S. 278, Nr. 50.