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Geschichte der Grafen von Winzenburg
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liehen Marken und setzte Konrad von Wettin als Markgraf vonMeissen ein. Hierauf zog er ohne Widerstand zu finden mitseinem Bundesgenossen Albrecht von Ballenstedt, den man späterden Bären nannte, bis nach Eilenburg, wohin er eine Versamm-lung der Grossen aus beiden Marken berief. Mit ihrer Zu-stimmung übernahmen beide — Konrad und Albrecht — je eineMark zur Regierung. Konrad erhielt also Meissen, währendAlbrecht die Ostmark und Lausitz bekam. Lothar erkanntedemnach die Verleihungen der Marken durch den Kaiser nichtnur nicht an, sondern verfügte über dieselben im Interesse derErbberechtigten. Der alte Wiprecht suchte Hülfe beim Kaiser.Dieser aber scheute sich, in die sächsischen Händel aufs Neueeinzugreifen, und befahl den Herzögen Wladislav I. von Böhmen,dem Schwager Wiprechts, und Otto II. (d. Schwarzen) vonMähren, dem Groitzscher Unterstützung zu leihen. Um MitteNovember 1123 drangen die Heere beider über das Erzgebirgenach Meissen vor, während Wiprecht im Bunde mit dem Erz-bischof Adelbert I. von Mainz an der Mulde stand. Lotharschob sein Heer zwischen beide Gegner und hinderte deren Ver-einigung. Die Böhmen, so ohne Unterstützung gelassen, kehrtenin die Heimath zurück. Sogleich wandte sich Lothar gegenWiprecht und Adelbert, die sich nun nicht mehr halten konntenund ihr Heil in der Flucht suchen mussten. Als Sieger zog erdarauf aus den Marken ab und überliess seinen Schützlingen,sich selbst in denselben zu behaupten*).

Soweit die historischen Thatsachen. Die widersprechendenAngaben in dem citierten Chronicon Sampetrinum und denPaderborner Annalen über die obigen Verleihungen des Kaisershaben in der neueren Litteratur, je nachdem man dieser oderjener Quelle gefolgt ist, die verschiedensten Erklärungen er-fahren 2 ), von denen keine, soviel ich weiss, befriedigt hat. Ver-suchen wir mit Hülfe der neueren Historiker und des sonstwohlunterrichteten, den Verhältnissen zeitlich wie örtlich nahe-stehenden Chron. Sampetr. 3 ) die vielbesprochene Frage derLösung näher zu bringen.

') (Josmas Prag, in M. G. SS. IX, 126; Ann. Saxo das. VI, 760. —2 ) Vgl. die verschiedenen Ansichten hei Posse, Markgr. v. Meissen 283, Anni.— 8 ) Giesebrecht, D. K. Z. IV (1875), 388.