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Geschichte der Grafen von Winzenburg
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Nur mit Wahrscheinlichkeit kann man zwei der Zeit von891—1037 *) angehörende Traditionen an das Kloster Corvey aufunsern Grafen Siegfried beziehen. In der einen schenkt eincomes Sigifridus je eine Hörigenfamilie in Hiriswitherothe (das-wüste Herdingerode bei Diemarden, so. von Göttingen?) undReginwerskinghusen (Reiershansen, so. von Nörten?) für seinund seiner Gemahlin "Weidrute Seelenheil 2 ), in der anderen eben-falls eine Hörigenfamilie in dem jetzt wüsten Lahheim 3 ).

Mit nicht grösserer Wahrscheinlichkeit war die Azelon,welche wir im IV. Capitel als Gemahlin des Grafen Sicco II.von Goseck werden kennen lernen, eine Schwester der GrafenSiegfried und Hermann n. v. R.

Der Mangel an Urkunden nach dem Tode des GrafenHermann II. v. R. würde die weitere Entwickelung der Rein-häuser Geschlechtsfolge unmöglich machen, wenn wir nicht indem Bericht des ersten Abts Reinhard des Klosters Reinhausenüber die Familie der Gründer dieses Klosters vollen Ersatz fürjenen Mangel fänden.

Die Glaubwürdigkeit dieser Aufzeichnung, die ich wegender Incorrectheit der vorhandenen Drucke 4 ) nach dem Originalim Staatsarchiv zu Hannover 5 ) im Anhange vollständig wieder-gebe, ist, obgleich sie vom Abte in Form einer Urkunde aus-gefertigt und zur Beseitigung von Zweifeln an deren Echtheitmit dem abteilichen Siegel bekräftigt ist, dennoch vielfach be-anstandet, weil man Urkunden, die man für echt hielt, mit denAngaben des Abts nicht in Einklang zu bringen vermochte, undweil Vornamen, welche der Abt auf Grafen von Reinhausen an-gewendet sehen wollte, fälschlich auf Grafen von WinzeDburgbezogen wurden. So konnte es nicht ausbleiben, dass diese Ver-wechselungen der gleichen Vornamen sich auch auf die echtenurkundlichen und chronikalen Nachrichten ausdehnten und durchdies Alles eine Verwirrung in der Geschichte der Winzenburgerherbeigeführt wurde, die ich nicht anders als durch eine kurze

*) Dürre a. a. 0. — 2 ) Wigand, T. C. 27, § 118. — 3 ) Das. 31, § 137.Dürre's Angabe über die Lage von Labheim in Westf. Zeitscbr. Bd. 41,S. 126 ist verfehlt. Richtig ist seine Angabe in Z. f. N. 1878, 200, wonaches w. von Schorborn und sw. von Ahrholzen lag. Vgl. dieselbe Zeitsehr.1892, 352. — ■») Leibniz, SS. r. Br. I. 703 ff.; Leuckfeld, Antiq. Walckenred.II, 201 ff. — 6 ) s. r. Kl. Reinhausen Nr. 2.