— 72 —
an Geld nach dem Jahre 1848 begründet wurde und, dass vor-läufig, so lange der Dienst durch das bestehende Personal wenig-stens scheinbar gesichert würde, an eine durchgreifende Reformum so weniger gedacht werden konnte, als das ungebildete Personal,das aus den Barbirstuben aller kleinen deutschen Staaten aufgelesenund dem Compagnie-Chirurgen-Stande einverleibt war, nicht auf ein-mal entfernt werden konnte. Diese trübe und entfernte Aussicht zurAusführung einer Reform hielt mich aber nicht ab, diesem Gegen-stände fernerhin mit eiserner Consequenz meine Aufmerksamkeit zu-zuwenden, und in der Ueberzeugung, dass es so nicht bleiben könne,fortzuarbeiten durch Schrift. So erschienen fernerhin: „das Insti-tut der Chirurgen-Gehilfen", die „Organisation des Feldlazareth-Wesens", die „Begutachtung des Berichtes einer vom Kriegs-mihisterium zur Reform niedergesetzten Commission" und „dasMilitair-Medicinalwesen Preussens, nach den Bedürfnissen der Ge-genwart dargestellt"; letztere Schrift liess ich sechs Jahre nachdem Austritte aus dem Dienste im Jahre 1867 drucken. Ausser-dem bearbeitete ich eine „Geschichte des Militair-MedicinalwesensPreussens bis zur Gegenwart", die 1860 erschien und auf die ichstolz bin, da kein anderer Staat eine Geschichte dieses Fachesaufzuweisen hat. — Den Beschluss meiner literarischen Thätigkeitin dieser Richtung machte sechs Jahre nach meinem Rücktrittaus dem Dienst: „Die Beihilfe der Völker zur Pflege der imKriege Verwundeten und Erkrankten, und ihre Organisation", durchwelche ich nicht allein die an dem in meinem AufenthaltsorteDüsseldorf im Jahre -1866 gestifteten Vereine gemachten Erfah-rungen zur Oeffentlichkeit brachte, sondern auch Vorschläge zueiner zweckmässigeren, über das ganze Land sich erstreckendenOrganisation machte und nachwies, durch welche Art des An-schlusses der Vereins-Thätigkeit an die von der Militair-Behördegetroffenen Anordnungen nur ein erwünschter Erfolg erzielt werdenkönne. Diese Schrift diente den im Jahre 1870 sich neu bilden-den Vereinen als Leiter und Wegweiser.
Ausser diesen literarischen Bestrebungen fand ich währendmeiner dreizehnjährigen Wirksamkeit als Corpsarzt unendlich viel