— 71 —
Oeffentlichkeit übergebene Schriften zu. — Auf einer wissenschaft-lichen Reise schon als Stabsarzt, wozu mir aus dem Reisefondsdes Friedrich-Wilhelms-Instituts und durch ein Geschenk Sr. Maj.des Königs Friedrich Wilhelms III. die Mittel geboten wurden,durch Deutschland, Gross - Britannien, Prankreich und Ober-Italien, und auf einer späteren Reise, die ich als Regiments-arzt auf meine Kosten zu speciellem Zwecke nach den süd-deutschen Staaten, Belgien und Holland machte, lernte ichdas Militair - Medicinalwesen aller jener und dieser Staatenkennen und kam ich zu der Ueberzeugung, in welchem kläglichenZustande dasselbe in Preussen sich noch befand. Ich machtees mir daher zur Lebensaufgabe, für Erhebung desselbennunmehr thätig sein zu wollen, und da es bekannt war, dass alleVorschläge, Promemoria und Bittgesuche zu diesem Zweck beider Militair-Medicinal-Behörde keinen Erfolg hatten und kaumihr Empfang angezeigt wurde; so entschloss ich mich, nachdemich bereits in politischen Blättern und in der damals zu Braun-schweig vom Dr. Klencke erscheinenden Zeitung für Militairärztewirksam gewesen war, im Jahre 1844 durch die erste Schrift,welche „die Reform des militairärztlichen Personals" zum Gegen-stand machte, in die Oeffentlichkeit zu treten, und die Gebrechensowie die Nachtheile nachzuweisen, welche das Militair-Medicinal-wesen zur Zeit durch seine Organisation und sein Personal fürdas Wohl der Armee habe und wie Beides zur Herabwürdigungdes ärztlichen Standes führe. — Es fand diese Schrift durch ihrenInhalt bei dem Kriegsministerium allgemeinen Beifall und wurdemir die schriftliche und mündliche Versicherung gegeben, dass esdereinst zu dieser vorgeschlagenen Reform kommen würde. Diesermuthigte mich meiner Behörde gegenüber, auf diesem Wegefortzuschreiten, das Militair-Medicinalwesen nach seinen Branchenzum Gegenstande der Beurtheilung und von Vorschlägen zumachen, sowie die einzelnen Anordnungen, welche zur Verbesserung,zunächst der Unter-Chirurgen gemacht wurden u. s. w. einer Kritikzu unterwerfen. Ich überzeugte mich allerdings, dass die Aus-führung der von mir vorgezeichneten Reform durch den Mangel