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Als in Deutschland Waffenruhe eingetreten war, richteten diePreussischen Militairärzte ihre Aufmerksamkeit wieder auf die ver-heissene Keform, wozu die am 1. Januar 1850 bevorstehendeDienst-Jubelfeier Lohmeyer's und die Wiederbesetzung dessen Chef-Stelle Veranlassung gaben.
Neue Besorgnisse wegen Ausbleibens einer Keform entstandendurch die Herabsetzung des Etats für die Militair-Medicinal-Ver-waltung pro 1850 um 242 Thlr. gegen den von 1849, welcheErsparniss bei den ärztlichen Bildungs-Anstalten gemacht werdensollte, wobei der Kriegsminister von Stockhausen die Aussicht er-öffnete, dass für 1851 ein ganz veränderter Etat erscheinen würdeund man hoffe, zur besseren Besoldung der jüngeren Militairärztean den Bildungs-Anstalten Ersparungen machen zu können. —Diese Aussicht bei der Absicht, die Bildungs-Anstalten allmäligeingehen zu lassen, veranlasste mich, meinen Principien der Re-form gemäss, an den Kriegsminister unter dem 24. Juni 1850 einPromemoria zur Sicherung des erforderlichen Hilfspersonals einzu-reichen. Mit dem Danke des Ministers unter dem 15. Juli ej. a.wurde die Verheissung ausgesprochen, auch meine Vorschläge beider beabsichtigten Reform in Erwägung zu ziehen.
Der Plan, die Mehrausgaben durch Ersparnisse bei den An-stalten, durch allmäliges Eingehenlassen derselben decken zu wol-len, wurde in Folge der Vorstellungen Lohmeyer's in Betreff derNotwendigkeit ihres Fortbestehens fallen gelassen und beschlos-sen, die zweiten Bataillone nicht mit Bataillonsärzten zu besetzenund die Gehälter der Regimentsarzt-Stellen zu reduciren. — EinVersuch, diese Massregeln zu verhindern, indem ich das Kammer-mitglied, Herrn v. Hilgers, für diese Sache durch eine überreichteInstruction zu gewinnen suchte, blieb ohne Erfolg —■ und ich gabvorläufig, in dem Bewusstsein, das Beste gewollt zu haben, dieVerfolgung meiner Reformvorschläge auf.
In das Ende des Jahres 1 850 fiel die unter dem 6.Novbr.befohlene Mobilmachungder Armee, welche mich sowie die dar-auf folgende Demobilisirung bis gegen die Mitte von 1851 beschäftigte.Hierbei wurde mir die Gelegenheit zu Theil, die schlechte Orga-