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sich auch im ärztlichen Stande kund zu geben. In Preussen, inallen deutschen Staaten erschienen Schriften, welche das civileMedicinalwesen beurtheilten und die Mängel in allen Richtungenherausstellten. Es fanden zu diesem Zwecke Versammlungen zurBesprechung statt, es bildeten sich überall ärztliche Vereine, diesich allmälig für die Dauer in den Regierungsbezirken constituirten,und unter denen der im Jahre 1846 für den RegierungsbezirkDüsseldorf gebildete, wobei ich eine rege Mitwirksamkeit ent-wickelte, als Vorbild diente, indem ich mich im Jahre 1847 ander Bearbeitung einer Schrift desselben betheiligte, deren vierterAbschnitt das Militair-Medicinal-Wesen zum Gegenstande hatte.Diese Reformschrift führte den Titel: „Zur Reform der Medi-cinal-VerfassungPreussens,mitRücksichtsnahmeauf die Vor-schläge des Dr. Joh. H. Schmidt". Es schloss sich dieses ArztesSchrift an die vielen anderen reformatorischen Bestrebungen an, diedurch M. R. Casper im Jahre 1825 und durch Rust um dieselbe Zeitin Betreff des Militair-Medicinalwesens angeregt nnd durch Schriftenvon Fischer, Eitner, Klose, Wendt, Koch, Biermann, Wasserfuhr,v. Walther, Strehlen, Meyer, Bischoff, Wittcke u. s. w. weiter ver-folgt wurden. — Es stellten die 40ger Jahre eine alle Ständebewegende und hoffnungsvolle Zeit dar, welche in dem Jahre 1848gipfelte, das durch seine Extravaganzen aber alle Hoffnungen zer-trümmerte. —
Dieser Richtung der Zeit konnten, sollte man glauben, dieMilitairärzte nicht fremd bleiben, die mehr als die Civilärzte Ver-anlassung hatten ihre Klagen laut werden zu lassen. Zunächstaber fand aus Gründen, die dem militairärztlichen Stande immereigen waren und nicht dazu beitrugen, die Entwicklung desselbenanzuregen und zu befördern — von allen Seiten ein tiefes Schweigenstatt. Dasselbe veranlasste mich um so mehr, mich der Standes-interessen anzunehmen und das Feld der Kritik zu betreten, undzwar öffentlich, weil an die Militair-Medicinal-Behörde ein-gereichte Promemorien und Vorschläge im Militair-Medicinal-Stabeunbeachtet blieben. —
Es musste das Uebel bei der Wurzel zunächst angegriffen