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Aus meinem Leben : Nachgelassene Aufzeichnungen des am 26. Mai 1876 zu Düsseldorf verstorbenen
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der Vater, der alten Mutter ein Wohlthäter geraubt. Es wirdrecht schwer, in solchen Schicksalsschlägen eine weise SchickungGottes zu erkennen.

Obgleich mein guter Bruder als Ausländer den übrigenAerzten Wiesbadens gegenüber einen harten Standpunkt hatte,war es ihm doch in kurzer Zeit gelungen, sich auswärts einengrossen Ruf zu erwerben. Hierzu tragen seine Mittheilungen ausder Praxis in medicinischen Zeitschriften, besonders in der zuBerlin erscheinenden Vereinszeitung, in Rust's Magazin und Schmidt'»Jahrbüchern, noch mehr seine Schriften über Wiesbaden bei, durchderen Herausgabe er sich vor allen damaligen BrunnenärztenWiesbadens auszeichnete, die für den Kurort seit langer Zeitnichts gethan hatten. Im Jahre 1838 liess er in Berlin beiEnslin erscheinen:Wiesbaden nebst seinen Heilquellen und Um-gebungen", eine durchaus wissenschaftlich abgefasste Schrift. ImJahre 1839 erschien im Auszüge französisch:Wissbade, sesthermes et ses environs". In demselben Jahre:Wiesbaden alsheilsamer Aufenthaltsort für Schwache und Kranke aus dem Nor-den Europa's und als Kurort für jede Jahreszeit, mit besondererBezugnahme auf die Zulässigkeit des Gebrauchs von Winterkuren";Elberfeld 1839, und drei Jahre später:Kur- und Lebensregelnfür Wiesbadens Brunnengäste"; Düsseldorf 1842, aus deren aufdem Titelblatte verzeichneten Mitgliedschaften von gelehrten Ge-sellschaften hervorgeht, in welchem Grade von Achtung und Rufer ausserhalb stand. *) Er konnte, wenn er am Leben blieb, einerbeglückenden Zukunft entgegensehen! Schon nach den ersten dreiJahren seiner Niederlassung bekam er Kurkranke aus den ent-ferntesten Ländern durch Briefe von ihren Aerzten überwiesen,und er rechtfertigte dieses Vertrauen durch seine Biederkeit, seinegrosse Sorgsamkeit und Aufmerksamkeit als Arzt um die seinerFürsorge anvertrauten Kranken, die ihn bald lieb geAvannen undin der Heimath Anderen empfahlen. In Erinnerung an alle diese

*) In C. P. Callisen's med. Schriftsteller-Lexicon Bd. XVI S. 90 undBd. XXXI S. 48 ist ihm in Hinsicht seiner literarischen Wirksamkeitgleichfalls ein Denkmal gesetzt.