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wurde. Wir schwelgten in unserem Glück und lebten ganz nachunserer Bequemlichkeit. Wir blieben, wo es uns gefiel, um schöneGegenden des Kheins kennen zu lernen, Burgen zu besteigen,Merkwürdigkeiten kennen zu lernen u. s. w. Wir brachten aufdiese Weise allein 14 Tage zu, bevor wir in Wiesbaden bei meinemBruder ankamen. Ein Besuch bei den Verwandten meiner Frauin Mühlheim, Bonn, Creuznach und Hanau wurde in die Beiseeingeschlossen.
Als wir gegen Ende Juli's zurückkehrten, fanden wir eineAbtheilung des Hauses meiner Schwiegereltern zu einer Wohnungfür uns eingerichtet. Wir benutzten dieselbe 13 Jahre lang biszum Scheiden von Düsseldorf; denn sie genügte uns, und das Zu-sammenwohnen mit den Schwiegereltern, die ein sehr geselligesLeben führten, gewährte uns grossen Genuss und manchen Vortheil.Obgleich die Benutzung der Wohnung eine unentgeltliche war,wurde unsere Selbstständigkeit nicht beeinträchtigt; die gegen-seitige Stellung war eine auf Achtung begründete. Wir fühltenuns recht glücklich, wir wurden in viele gesellige Zirkel einge-führt und suchten uns selbst Zutritt zu verschaffen; mir erwuchsallmälig eine grössere und noble Praxis. Die mir übrig bleibendeZeit benutzte ich in den beiden pächsten Jahren zur Bearbeitungvon Artikeln für das Handwörterbuch der gesammten Chirurgiein vier Bänden des Professor Dr. Blasius, das in den Jahren1835—1838 erschien. — Auch hierdurch wurde mir eine Zulagezu meinen Gehalt zu Theil, der damals noch 900 Thlr. nebendem Servis und den beiden Kationen betrug, welche letztere fürdas fernere Halten eines Keitpferdes verwendet wurden. —
Unser eheliches Glück sollte aber unterbrochen und getrübtwerden. Das Jahr 1836 eröffnete mir die Aussicht, Vaterfreudenzu erleben. Leider wurde meine gute Frau am 28. März voneinem ausgetragenen und starken todten Knaben schwer entbunden.Eine Erkältung im Wochenbett veranlasste eine heftige Erkrankung,von der sie jedoch zu meiner Freude wieder hergestellt wurde,und worauf sie sich durch einen längeren Aufenthalte auf demGute ihres Onkels, des Landrathes Schnabel in Mühlheim am