EINIGES ÜBER DAS ZUPFEN
Es ift ein Irrtum zu glauben, man könne die Begleitung einesLiedes auf der Gitarre in einfacher Weife mit einigen ^kkord-griften beitreuen. Nicht das Greifen der Akkorde, foftdern erftderen An{chlag ermöglicht ein richtiges Gitarre[piel. Deswegeni[t auf die Ausbildung der rechten, 1 der eigentlichen Spiel-hand, die größte Sorgfalt zu verwenden. Leider wird aber ge-rade dies Allerwichtigfte am meiften vernachläffigt Der Wertde3 Spieles der rechten Hand ,i{t eben nicht richtigerkannt -Der unteren, der rechten, der anfchlagenden Handtollten ftets wechfelnde Aufgaben zufallen. Ohne dabei allzu großeSchwierigkeiten aufzuhäufen, läßt [ich fo aus dem Wcfen desInftrumentes heraus eine, dem jeweiligen SHmmungsgehalt desLiedes entfprechende, ftets mufikalifch bleibende Begleitungsartauf der Gitarre entwickeln. Luft und Liebe zur Sache, gepaartmit Fleiß und Ausdauer, werden den eifrigen Spieler bald überdas übliche „Schramm—Schramm" hinauskommen laffen.
Für gewöhnlich gilt als Regel, daß der Daumen die dreitieferen, die Baßfaiten E—A—D, und der Reihe nach der erfte,der Zeigefinger, die G-, der zweite, der Mittelfinger, die H- undder dritte, der Ringfinger, die E-Salte anzufchlagen hat. Es kannder Daumen aber auch gelegentlich auf die Darmfaiten, fowiedie übrigen Finger ä"uf die befponnenen Saiten übergreifen.Auch kann der vierte, der klein« Finger, beifpielsweife bei An-fchlag von fünfftimmigen Akkorden mit zur Hilfe genommenwerden. Beim Spiel von vielftimmigen Akkorden ift auch dasfogenannte „Durchftreichen" von großer Wirkung. Es ftreichtder Daumen von den tieferen zu den höheren, der Zeigefingervon den höheren zu den tieferen Saiten durch. Es gibt nocheine ganze Menge von Anfchlagsarten, .diefe find in der „Kunftdes Gitarrefpiels auf Grundlage der Spielweife der alten Lauten-fchläger" eingehend behandelt Hier fei nur noch bemerkt:„Bevor man an die Ausbildung der oberen, der linken.Hand herantritt, muffen ausgiebig, vorbereitende An-[chlagsübungen vorgenommen fein." Die untere Handfoll ftets der oberen Hand den Weg weifen. Die Finger (ollen ftetsüber derjenigen Saite fchweben, auf welcher die zu greifende Notezu Jüchen ift Dabei ift peinlich darauf zu achten, daß keineklingende Saite vor dem nachfolgenden Anfchlag abgedämpftwird. Schönheit des Tones, das fei Vorbedingung. Die fchönenLieder find die kleine Mühe wahrlich wert
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