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Der Zupfgeigenhansl
Entstehung
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Die Finger der linken Hand beziffert man am beften Ingleicher Weife wie die Anfchlagsfinger. Der Daumen übt Inder Regel nur den Gegendruck gegen die greifenden Fingeraus. Soll er ausnahmsweife zum Greifen herangezogen werden,dann bezeichne man ihn eben mit Daumen, D.

Zum Schluß noch ein paar beherzigenswerte Worte Ober dierichtige Befchaffenheit einer guten Gitarre. Soll das Inftrumentvorwiegend zur Begleitung des Gefanges dienen, dann wähle maneine große Form. Die gewöhnliche Achterform ift bei weitemden von ihr abgeleiteten, meijt bizarr wirkenden Formen vor-zuziehen. All und jede Verzierung, Perlmutter, Elfenbein-einlagen und dergleichen,Tand, i[t zu verwerfen; folche Uber-flüffigkeiten wirken hemmend auf die Tonentfaltung. Das Bandzum Umhängen befeftige man nicht oben an dem Wirbelkopi,Dadurch würde der mitfehwingende Hals im Tönen behindertwerden. Ein kleiner Knopf am Halsanfatz genügt zum Befeftigendes fehr wichtigen Umhängbandes. Sogenannte ausgehöhlteGriffelder verhindern ein unnötiges Strapazieren der greifendenFinger. Im allgemeinen- dürften diefe Gesichtspunkte genügendenAnhalt bei Anfchaffung eines guten, brauchbaren Inftrumentesgeben. Man vergeffe aber nie, daß auch eine Klampfen in ihrerArt ein kleines Kunftwerk fein foll. Um etwas Gutes leiften zukönnen, ift ein gutes Inftrument die erfte Vorbedingung. Fürunfere Jugend foll das Befte gerade gut genug fein. Ift einemdas Glück nicht hold,'irgendwo eine alte, in ihrem Wert verkannteZupfgeige aufzutreiben, dann lieber noch zuwarten, bis die Mittelzum Ankauf genügen, um etwas fürs ganze Leben zu erwerben.Eine Gitarre fei ohne jede Ausstattung, dabei aber vonbefter Tonqualität und leichter Spielbarkeitl Dasfelbegilt von der Laute! Bei Ankauf von Lauten ift eine noch größereSorgfalt zu empfehlen. Das Meifte, welches unter dem NamenLaute fegelt, hat mit diefem fchönen, edlen Inftrument weiter nichtsals wie die äußere Form gemein. Nur jahrelangem, fach- und fach-gemäßem zielbewußtem Studium konnte es gelingen, die alte, höheKunft des Lautenbaues zu neuem, fchönem, fruchtbringendemLeben zu erwecken.

München, Januar 1911.

Heinrich Scherrer,

Kgl. bayr. Kammervirtuos.