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BALLADEN
Nach einem alten Manu[kript im Befitze der Freiin v. Lagberg. Sommerfahrt 1907.
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1. Wer gro - ße Wun - der fchau-en will, der
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gang in grü-nen Wald uf - fi. Tann - hu - fer war ein
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Rit - tefr gut, groß Wun - der wollt er fchau : en.
2. Wann er in grünen Wald uß kam zu den fchönen Jung-frauen, (ie fingen an einen langen Tanz, ein Jahr war ihnen einStunde.
3.. „Tannhufer, lieber Tannhufer mein, wollt ihr bei uns ver-bleiben, ich will euch die jüngjte Tochter gebn zu einem ehlichenWeibe."
4. „Eure jüngfte Tochter will ich nit, die treit den Teufelin ire; ich fehs an ihr braunen Augen an, wie er in ihr tutbrennen."
5. Frau Frene hat einen Feigenbaum, darunter leit er fichfchlafen, es kam ihm für in feinem Traum, von Sünden follter laffen.
6. Tannhufer ftand wohl uf zur Stund, er wollt gen Romebichten, wann er gen Rom wohl inne kam, war er mit kluttenFüßen.
7. Wann er gen Rom wohl inne kam, war er mit bluttenFüßen. Da fiel er nieder auf feine Knie, feine Sünden wollt erabbüßen.
8. Der Papft freit einen Stecken in feiner Hand, vor Dürretut er fpalten. „So weng werden dir dein Sünden nachgelan, foweng, daß diefer Stab grünet!"
9. Er kneuet für das Kreuzaltar mit ausgefpannten Armen:„Ich bitte dich, Herr Jefu Chrift, du wolleft meiner erbarmen."
10. Tannhufer ging zur Kirchen uß mit feinem verzagtenHerzen: „Gott ift mir allzeit gnadig gfi, jetzt muß ich von ihmlaffen."
11. Wann er fürs Tor hin uffe kam, begegnete ihm üs liebeFraue. „Bcihüt dich Gott, du reine Magd, dich darf ich nimmeranfchaue!"