BALLADEN
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2. Darinnen liegt ein junger Knab auf feinen Hals gefangenwohl vierzig Klafter tief unter der Erd bei Nattern und beiSchlangen.
3. Sein Vater kam von Ro[enberg wohl vor den Turm ge-gangen: „Ach Sohne, liebfter Sohne mein, wie hart liegft dugefangen!"
4. Sein Vater zu dem Herren ging: „Gebt Jos mir den Ge-fangnen! Dreihundert Gulden will ich euch wohl für den Knabengeben."
5. „Dreihundert Gulden, die helfen da nicht, der Knabe, dermuß fterben. Er trägt von Gold eine Kette am Hals, die bringtihn um fein Leben."
6. „Trägt er von Gold eine Kette am Hals, die hat er nichtgeftohlen, hat ihm eine zarte Jungfrau verehrt, fich mit ihm zuverloben."
7. Man bracht den Knaben -wohl aus dem Turm, gab ihmdas Sakramente: „Hilf, reicher Chrift vom Himmel hoch! Es gehtmir an mein Ende."
8. Sein Vater beim Gerichte ftund, fein Herz wollt ihm zer-brechen: „Ach Sohne, liebfter Sohne mein, dein Tod will ichfchon rächen!"
9. Wer ift, der uns dies Liedlein fang? So frei ift es ge-fungen. Das haben getan drei Jungfräulein zu Wien im öfter-reiche.
Erntt.
Wimpfen 1909.
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