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Der Zupfgeigenhansl
Entstehung
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neue nationale Sturmfluten werden auch wieder neue Volksliederemportreiben. Unfer Leben heutzutage, mit feiner Splitterei, {einerAuffaferung und babylonifchen Sprachverwirrung- ift dafür unfrucht-bar. Schaut doch die Neuroner an, was fie fertig bringen! Iftdas volkstümlich,? Seht unfere Wandervogelfänger und was(ie Eigenes brachten! Sie find in Stil und Weife der alten Volks-lieddichter zurückgefallen, alle, ohne Ausnahme! Und darum,weil wir Enterbte find, weil wir in unferer Halbheit den Stachelund Sehnfucht nach jenem ganzen, harmonifchen Menfchentumenur um fo ftärker in uns fühlen, ift jenes Volkslied unfer Troftund Labfal, ein unerfetzlicher, durch nichts wiederzuerringenderSchatz. Ein einziges Mal in [einem Leben geht auch der neu-zeitliche Menfch durch jenes glückliche Volksliedzeitalter hin-durch: in feiner Jugend denn der Einzelne geht den Werde-gang des Ganzen. Jugend ift Frühling, und wir Wandervögelfind Jugend. Das ift im Gleichnis die knofpende Erde, wennder Lenzwind weht; fie grünt und fprießt allüberall, aber werfagt dir, was aus den taufend gleichgeftalteten Keimen fich ent-falten wird? Alles liegt noch in ihnen zum Werden reif, Stengel,Blätter und Blüten. Und die Frühlingsfonne muß fcheinen undwarme Regenfchauer darüber gehn. So foll es fein: Frühlingzu Frühling, und Völkerfrühling zu Jugendfrühling und Wander-vogel zu Volkslied!

Auf der Bühne und im Ballfaal ift das Volkslied Modeware,es wird vergehen; dem Wandervogel ift es lebendige Sprache,und es wird leben, folange noch deutfche Wändervogelluft zumAusdruck drängt

Darüber hinaus, wenn Beruf und Dafeinskampf und Alterkommen, wird mancher einen, feinen Neutöner finden, der feinbefonderes Leid am ergreifendften fingt Aber das ift dannSonderlied und kein Volkslied mehr. Sollen wir darum trauern ?

Laßt uns fingen und fröhlich fein.

Leipzig, im Februar 1913.

, DER HERAUSGEBER..