Balladen freuen. Wohl uns, wenn fle noch vielen anfprechendklingen, wenn diefe Weifen auf fommerlicher Wanderfahrt oderan langen Winterabenden in unterem häuslichen Kreife auflebenund uns erwärmen. Das Buch ift im wefentlichen das alte ge-blieben und wird es bleiben.
Dresden, Weihnachten 1911.
ZUR 9. AUFLAGE
Die 7. und 8. Auflage des Zupfgeigenhansls waren rafch hinter-einander vergriffen. Eine gründliche Umarbeitung war(chon rein zeitlich nicht möglich, erfchien auch nicht als be-(onders zweckdienlich. Eine gewiffe State und Feftigkeit kannauch hier nichts fchaden. Die 10. Auflage mag [ich dann wiederwandeln, [ich den Fortfehritten des Wandervogellebens anpa[[en.Warnen möchten wir noch einmal auch an diefer Stelle vorjenem falfchen Sängertume, das fich in der Rolle des fahrendenBarden und irrenden Ritters gefällt. Man fieht in Deutfchlandjetzt ab und zu dergleichen komifche Figuren. — Singt, weil'sdas Herz erleichtert, fingt, weil's Kraft und Weihe dem Wanderngibt, aber nicht aus Spielerei und Zeitvertreib I — In diefen ernftenZeitläuften hat das Volkslied für uns einen viel tieferen Sinn;möge es uns ftärken und heben im bewußten Empfinden deffen,was deutfeh ift, möge es an feinem kleinen Teile mitwirkenan dem inneren Streben der Nation, an der Vollendung desDeutfchtums.
Leipzig, im Juni 1912.
ZUR 10. AUFLAGE
Seit der letzten Bearbeitung des Zupfgeigenhansls ift rege amWeiterbau der Wandervogel-Volksliedfache gefchafft worden.Aus dem Kunterbunt der Ortsgruppenblätter wachfen allmählichgrößere, deutfehvölkifche Liederfammlungen heraus. So brachteuns Preijj fein prächtiges öfterreichifches Singbuch, Trüb dieSchweizer Fahrtenlieder, ein Heffengärtlein will werden, und einoberdeutfehes und niederdeutfehes Liederbuch ift nur eine Frage