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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Theater und Musik. 387

zahlen werden." Hennio sendet ihm den einen der Knabenschon mit dem nächsten Briefe.

Egidio Hennio spielt um diese Zeit eine ganz hervor-ragende Rolle in dem Musikleben Düsseldorfs, da er nacheiner Urkunde vom 12. April 1638 zum Superintendentenüber die Hofkapelle ernannt wurde. Diese lateinische Ur-kunde lautet in der Uebersetzung folgendermassen:Wirvon Gottes Gnaden Wolfgang Wilhelm, Pfalzgraf des Rheins,Herzog von Baiern, Jülich, Cleve und Berg u. s. w. thunAllen kund und zu wissen, dass wir in Anerkennung seinerausgezeichneten Pflichttreue und Anhänglichkeit an Uns,sowie seiner hervorragenden Geistesgaben und Kenntnissesowohl in geistlichen Angelegenheiten, als auch besondersin der Musik, den Egidio Hennio, Canonicus und Cantoran der St. Johanniskirche zu Lüttich, in Unsern Dienstgenommen und ihm die Oberaufsicht über unsere Musikübertragen haben, so dass er auf besondere Aufforderunghier zu erscheinen hat, oder auch ohne eine solche Auf-forderung, falls Zeit und Müsse es ihm gestattet, hier sichganz niederlassen darf.

Als Besoldung für seine zu leistenden Dienste habenWir verfügt, dass dem benannten Hennio jährlich 100Goldgulden ausbezahlt werden."

Der nun folgende Briefwechsel zwischen Beiden, welchersich bis zum Jahre 1650 ununterbrochen fortzieht, ist hoch-interessant, nicht nur wegen der Aufschlüsse über Düssel-dorfer Kunstverhältnisse, sondern auch besonders wegender culturhistorischen Bilder, welche derselbe vor unsernAugen enthüllt, und es ist zu bedauern, dass hier nicht derOrt ist, denselben ganz mitzutheilen. In einem Briefe vom7. Mai 1644 entschuldigt sich der Pfalzgraf, dass er nichtim Stande gewesen sei, dem Hennio den fälligen Gehaltauszuzahlen, da durch die Stürme des noch immer tobendenKrieges seine Einkünfte so zusammengeschrumpft seien,dass, wenn Gott nicht bald helfe, er gezwungen sein werde,seine Ausgaben auf das Allernothwendigste zu beschränken.Hennio erwidert in einem ausführlichen Briefe, er habenicht nur überhaupt noch kein Gehalt ausbezahlt erhalten,sondern auch nicht einmal die Unkosten für Reisen, Ab-schreiben von Noten, Unterricht und Kost zweier Knabenfür die Hofkapelle u. s. w. seien ihm ersetzt worden. Wolf-gang Wilhelm weist nun seinen Zollpächter Haen zu Urmondan der Maass an, dem Hennio aus den Zöllen den rück-ständigen Betrag auszuzahlen. Erst nach vielen Aufforderun-gen und Drohbriefen kann derselbe bewogen werden, fürden verlangten Zweck Geld herzugeben.

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