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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
Entstehung
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Die Baugeachichte von Düsseldorf. 375

naissanceformen ersetzen Hess. Die bis dahin auf vor-springenden gothischen Bogenstellungen ruhenden Brust-wehren des Daches wurden nebst letzterem, aber unterBeibehaltung der gothischen Bögen, entfernt, ein zu Wohn-räumen für die Dienerschaft eingerichtetes viertes Geschossund darüber ein neues, schweres, französisches Dach von3 Speichergeschossen aufgeführt. (Fig. 10 u. 11.) BeimBombardement von 1794 brannte das Schloss im Innernfast gänzlich aus und der nördliche Flügel zwischen demThurme an der Krämerstrasse und dem Rheine wurde bisauf den Grund zerstört. Der Wiederauf- resp. Ausbau desSchlosses erfolgte erst in unserem Jahrhundert behufsEinrichtung der für die Versammlungen der Stände undfür die Kunst-Akademie erforderlichen Räume, welcheden gedachten Zwecken bis zu der 1872 stattgehabten,fast vollständigen Zerstörung des Schlosses durch Feuerdienten.

Als die bedeutendsten der in dieser Periode errich-teten Gebäude sind zu nennen:

Das Rathhaus. Es wurde 1567 unter Leitung desaus Duisburg berufenen Baumeisters Heinrich Tuschmannim Bau begonnen und zeigt die Formen des Uebergangesvom gothischen zum Renaissance-Stil. Es ist als einfacherPutzbau mit Hausteingliederungen ausgeführt, hat einenUhrthurm und zwei Front- und einen Seitengiebel. ImInnern ist ausser dem schönen schmiedeeisernen Treppen-geländer aus dem 17. Jahrhundert nichts architektonischBemerkenswerthes vorhanden.

Die Andreaskirche. Ein Ziegelputzbau mitkräftig wirkender, nicht unschöner Haustein-Architekturin später römischer Renaissance. Die beiden den Chorflankirenden massiven Thürme mit Kuppeldächern gewährenmit der dahinter liegenden kuppelgewölbten Begräbniss-kapelle eine malerische Ansicht des Bauwerks. Die Grund-steinlegung fand 1622 statt, die Vollendung fällt in dasJahr 1629. *)

Das Innere ist dreischiffig, auf starken Pfeilern über-wölbt mit gleichfalls überwölbten Emporen und mit schöner,

a ) Bayerle a. a. O. S. 132; dagegen geht aus einem Briefe deaHerzogs Wolfgang Wilhelm an den Amtmann von Angermund vom6. Juni 1635 hervor, dass zu dieser Zeit die Kirche noch nicht voll-ständig fertig war, indem er am Anfang des Briefes sagt:demnachman zu dem Kirchenbaw den wir hierselbst vor die PPes SocietatisJhesu zu der ehren Gottes auf unsere Kosten verfertigen lassen,etlicher auf sichere weiss gewachsener bawholtzer vonnoeten hat."(Archiv Holtorf.)