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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Geschichte der jüdischen Gemeinde Düsseldorfs.

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Grade in Beziehung auf die Gestaltung und den Ausbauder Religionsschule und Hebung der Elementarschule.Die Tiefe seines Wissens, die Wärme, mit der er seinen Beruferfasste, die zielbewusste Würde, mit der er sein Amt ver-trat, seine Ueberzeugungstreue und die Lauterkeit seinesCharakters machen die Liebe und Anhänglichkeit erklär-lich, welche die Gemeinde ihm entgegenbrachte und auchheute noch ungeschmälert bewahrt. Mit innigem Bedauernsah ihn die Gemeinde scheiden, um dem Rufe nach Poseneiner der bedeutendsten Gemeinden Deutschlands zu folgen,wo er noch heute eine segensreiche Thätigkeit entfaltet.Nach seinem Scheiden wurde mit Wahrnehmung derRabbinatsgeschäfte betraut

8. Dr. Piato. 18721874.

Trotz seiner grossen Arbeitslast, welche die Directiondes Lehrerseminars mit sich brachte, Hess sich Dr. P. bereitfinden, seine Gelehrsamkeit auch in den Dienst der religiösenInteressen der Gemeinde zu stellen, als deren treuer Berathernamentlich in allen den Umbau der Synagoge und sonstigendie rituellen baulichen Einrichtungen betreffenden Fragener sich bewährt hat. Eine besondere Anziehungskraft wirdnamentlich den gehaltvollen exegetischen Vorträgen nach-gerühmt, welche er in den Versammlungen der Mitgliederder religiösen Vereinigungen gehalten. Wie bereits früherberichtet, wurde aber das Seminar nach Ehrenfeld ver-legt 1 ) und auf diese Weise seiner rabbinischen Thätigkeitin der hiesigen Gemeinde ein Ziel gesetzt. Ihm folgte derreferirende Rabbiner

9. Dr. Abraham Wedell, seit 1875.

Geboren zu Posen am 4. Juni 1844, besuchte er bisOstern 1863 das dortige Kgl. Friedrich-Wilhelms-GymnasiumUnd wurde gleichzeitig von dem Rabbiner Loewenstammin die rabbinische Litteratur eingeführt. Dann bezog erdas Rabbinerseminar und die Kgl. Universität zu Breslau.An letzterer philosophischen und philologischen Studienobliegend, promovirte er auf Grund seiner Inaugural-DissertationDe emendationibus in libris sacris VeterisTestamenti propositis". Von dem damals unter dem Direk-torate des Oberrabbiner Dr. Z. Frankel stehenden Rabbiner-seminar mit dem Rabbiner-Diplom entlassen, stand er seitOstern 1867 abwechselnd im Dienst der Breslauer Gemeindeund seiner Vaterstadt Posen bis er von Breslau aus imJahre 1874 in sein hiesiges Amt berufen und 1875 in das-

x ) Vgl. S. 224.