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Geschichte der Stadt Düsseldorf : in zwölf Abhandlungen ; Festschrift zum 600jährigen Jubiläum
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Politische Geschichte Düsseldorfs.

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ferner während dieser Zeit die Malerakademie, die Landes-bibliothek, eine Rechtsschule und eine anatomischeLehranstalt. An dem Gedeihen der neugeschaffenendeutschen Nationalliteratur nahm der Kreis, welcher sichin Pempelfort um die beiden Brüder Jacobi schaarte, regenAntheil.

In Bezug auf die äusseren politischen Verhältnissesind für uns aus diesem Zeitraum zwei Thatsachen be-merkenswerth. Zunächst gelang es Karl Theodor, imJahre 1768 das bisher pfandweise zu Kurköln gehörigeStädtchen Kaiserswerth durch Vertrag zu erwerben. Fernererbte er 1777 das Kurfürstenthum Bayern und verlegteseine Residenz nach München; dadurch entstand die bis1806 dauernde Verbindung des bergischen Landes mitBayern.

Ein hartes Schicksal traf unsere Gegend in dem durchdie französische Revolution hervorgerufenen Kriege. 1794drangen die Franzosen von den Niederlanden aus gegen denRhein vor, zwangen die Oesterreicher zum Rückzuge aufdas rechte Ufer und setzten sich gegenüber Düsseldorf fest.Unsere Stadt hatte damals eine aus kaiserlichen und pfäl-zischen Truppen bestehende Besatzung; in der Nacht vom5. zum 6. October wurde sie von den Feinden bombardirtund in Brand geschossen. Im folgenden Jahre, in der Nachtvom 5. zum 6. September 1795, überschritten die Franzosenbei Uerdingen den Rhein, drängten die Kaiserlichen süd-wärts, besetzten Düsseldorf und ergossen sich plünderndüber das bergische Land. Ihre Erpressungen und Aus-schweifungen riefen bei den gequälten Bauern eine der-artige Erbitterung hervor, dass Viele derselben zu denWaffen griffen und gegen kleinere französische Abtheilungeneinen Freischaarenkrieg eröffneten. Der junge AdvokatFerdinand Stücker zu Bensberg versuchte im Verein mitdem Vicar Ommerborn die Bildung eines Landsturmes,welcher den kaiserlichen Truppen zu Hülfe kommen sollte.Als das Unternehmen missglückte, trat Stücker selbst alsOffizier in das österreichische Heer ein. Die Kaiserlichenmussten sich endlich nach der Lahn zurückziehen, und dieFranzosen blieben Herren des Landes; erst im Mai 1801,nach dem Frieden von Luneville, verliessen sie das rechteRheinufer; vorher wurden noch die Festungswerke Düssel-dorfs geschleift.

Während dieser Zeit war Karl Theodor am 16. Februar1799 kinderlos gestorben und Max Joseph von Pfalz-Zwei-brücken (der Stammvater des jetzigen bayerischen Königs-hauses) Kurfürst geworden. Dieser musste im Frieden von