EINFRIEDIGUNG 163
und den kräftigen weißen Blütenständen, der in die Straße hin-einragt. Aber auch straff in die Höhe wachsende Baumformen,die uns an die Zypressen des Südens erinnern, sollten hier undda anzutreffen sein. Eine Pyramidenpappel, Pyramideneichen und-Ulmen sind wirkungsvolle senkrechte Striche in dem immerhinwollig weichen, deutschen Baumschlage.
Eine derartige Anordnung der höher werdenden Pflanzung hatauch das Gute, die langen Eisengitterreihen angenehm zu unter-brechen. Bekanntlich schreiben die meisten Bauordnungen dieBegrenzung der Vorgärten durch eiserne Gitter auf Steinsockelnvon etwa 50 cm Höhe vor. Der leitende Gedanke bei dieserAnordnung war der, das Gartengrün dem Straßenbilde zugutekommen zu lassen und der Errichtung häßlicher Bretter- undLattenzäune vorzubeugen. Daß aber die Eisengitter, die manals Vorgartenbegrenzung antrifft, durchweg schön sind, kannniemand behaupten. Aus der geschmacklosen Zeit der be-dingungslosen Anwendung des Gußeisens stammen viele. An-dere sind mit der Absicht möglichster Materialersparnis ent-worfen. Nun wäre gegen diese ganz einfachen Gitter nichtseinzuwenden, weil man bei gut bepflanzten Gärten die Eisen-stäbe in dem Laubwerk der Gesträuche kaum sieht, wenn nichtgemauerte Tor- und Eckpfosten auf das Mißverhältnis zwischendem massiven Steinpfeiler und dem dürftigen Eisengitter auf-merksam machten. Ich meine nun, daß man mit der Zeit dahinkommen wird, dem Holzzaun wieder größere Verbreitung zugeben, zumal in Verbindung mit Mauerwerk. Ein netter, weißangestrichener Lattenzaun auf Steinsockel zwischen Steinpfeilernsieht immer lustig und gemütlich aus (Abb. 108). Ein Pfeiler,der sich gewissermaßen zu einem Stück Mauer ausgewachsenhat, auf welchem das Laubwerk der Bäume des Vorgartens