98 »AM EICHBAUM«
des Blumeng; ärtchens, das dicht unter dem Fenster des Wohn-zimmers liegt, wuchert üppiges Gesträuch, welches die Grenzenach der Kirche zu verdeckt, nur ein kleines Pförtchen, dienächste Verbindung zwischen Kirche und Pfarrhaus freilassend.
Der zweite große Platz heißt »am Eichbaum«. Er liegtunter einer mächtigen Eiche an der Grenze des Gartens nachder Landstraße zu und ist nach dem Garten hin ebenfalls durchdichtes Gebüsch abgeschlossen (Abb. 62). Doch finden sichhier meist unsere einheimischen Gehölzarten, wie Schneeball,Alpenjohannisbeere, Heckenkirsche, Hartriegel usw., die unterdem Schatten des Eichbaumes gedeihen und mit diesem vereintan die Vegetation des deutschen Mischwaldes erinnern. DieGrenze ist hier eine Ligusterhecke, über welche hinweg manvon der rings um den Eichenstamm laufenden Bank einen Aus-blick nach der Landstraße hat. Ist der Charakter des Eßplatzeslauschige Abgeschlossenheit und Intimität, so vermittelt dieserSitz die Verbindung mit der Außenwelt. Etwas höher als dieLandstraße liegend, bietet er den ganzen Tag über ein lustigesBild, wie es eine Landstraße nur hergeben kann. Dabei istman durch einige Feldstücke weit genug davon getrennt, umvor Staub und sonstiger Belästigung verschont zu bleiben.
Ein dritter Platz ist die sog. Lindenlaube. Acht großeLindenbäume und eine Anzahl Tannen sind mit allerleiBuschwerk zu einer mächtigen Baumgruppe zusammengewachsen.Im Innern bildet das Lindenastwerk ein domartiges Gewölbe, inwelches das Tageslicht nur gedämpft eindringt, so daß dieserOrt stets etwas Feierliches an sich hat. Hier ist der Festplatzdes Gartens, der ins Freie verlegte Festsaal des Pfarrhauses,dessen Decke ein grünes Laubdach ist, welches von glattenLindenstämmen gleich wie von Säulen getragen wird. Um sein