INDIVIDUELLE EIGENSCHAFTEN DER GEHOLZE 37
Karagane. Welche Schattierungen des Blattgrüns vom dunkelnUlmen- und Erlenblatt bis zum hellen Blatte des Trompeten-baumes, des eschenblättrigen Ahorn und der weißfilzigen Öl-weide; ganz zu schweigen von den zufällig entstandenen soge-nannten buntblättrigen Abarten vom düsteren Braun der Blut-buche bis zum Weißbunt und Gelb so mancher Gartenvarietäten.Und nun gar der Reichtum der Blütenfarben! Mit dem beiden Gehölzen unserer Heimat fast ausschließlichen Weiß, wiesie die Pflaumen, Birnen und Kirschen, die Spiersträucher, Hart-riegel, Jasmin, Eberesche und zahllose andere aufweisen, wechseltdas Rot der Rosen und so mancher ostasiatischer und amerika-nischer Einführungen, von denen die japanische Quitte, dieWeigelie und die rotblühende Kastanie die bekanntesten sind.Gelb zeigen viele Schmetterlingsblütler, wie Goldregen, Ginster,Karagane und Stechginster; braun blüht der Gewürzstrauch,blau die Paulownie. Es gibt kaum eine Farbe, die nicht inirgendeiner Gehölzblüte vertreten wäre.
Selbst im Vergehen bewahren die Gehölze noch ihre Eigenart.So färbt der Herbst die Blätter des Spitzahorn, der Birke, der Lärche,der Hainbuche, des Tulpenbaumes gelb. Die Buche und Eichehaben braune, die Scharlach- und Sumpfeiche, der wilde Wein, derSumach, der Birnbaum, der Schneeball haben braunrote Herbst-färbung. Die Blätter der Akazie, des Flieders, der Weigeliefallen grün ab. Endlich gedenken wir der vielen Farben undFormen der Früchte. Die vielerlei, allbekannten Früchte derObstbäume und Fruchtsträucher, die Fruchtstände der Spier-sträucher, der Rosen, der Magnolien, des Perückenstrauches,die Schoten des Trompetenbaumes, des Goldregens, die Zapfender Nadelhölzer: sie geben unerschöpfliche Gelegenheit, imGarten die Mannigfaltigkeit der Pflanzenformen zu beobachten.