644 n. 1. Zur Geschichte der mark. Kammer- und Kassenverwaltung. [1652.
wir euch hiemit in gnädigstem Befehl auftragen wollen, bemeltenunsern Ambtsräten und Kammermeistern in unsern hohen Namen an-zudeuten, dafs sie hinfüero alles uugesparten Fleifses dahin sehen undtrachten sollen, damit unsere Ökonomia mit mehrerem Fleifs in achtgenommen, die Intraden vermehret, alles richtig verrechnet und treulicheingebracht und nachmals vornehmblich unsere Diener quartaliter richtigbezahlet werden müegen, sintemal, wann dieselben ferner hülflos ge-lassen und zu unserm Despekt Not leiden, oder gleichsam Brot bettelnsollten, könnten wir nicht anders davor halten, als dafs grofse Unrichtig-keiten vorgehen und ganz unfleifsige Ufsicht geschehen müsse, worüberwir alsdann mehr zu eifern und ein ungnädiges Mifsfallen zu bezeigenUrsache nehmen müfsten. Ihr wollet aber kraft habender Instruktion unddieses unsers gnädigsten Reskripts bemeldten unsern Ambtsräten undKammermeistern nicht allein guete Ordnung vorschreiben und alle Kon-fusion zu remedieren suchen, sondern auch an unsere statt selbst Achtungdrauf geben und zusehen, dafs darüeber fest gehalten, die Haushal-tungen fleifsiger und besser zu unserm Nutzen bestellet und mit nach-drücklichem Eifer befordert, die Rechnungen allemal quartaliter oderjährlich unfeilbar abgenommen, dieselben, und wie die Haushaltunggeführet wird, fleifsig examinieret, was dabei zu verbessern dienlichbefunden werden möchte, werkstellig gemaehet und also unsere In-traden überall gebüerend beobachtet und eingebracht werden müegen,uns auch gehorsambst berichten, wieviel nach Abzug desjenigen, wasallda notwendig verbleiben mufs, überschiefsen und wir zu gewartenhaben möchten. Als wir auch vernehmen, dafs hin und wider vieleAssignationes ergangen, so wollet ihr dieselbige suspendieren und da-kegen das Geld bar einbringen lassen. Sollten auch etzliche Dienervorgeben, dafs deren ein Teils schon bezahlet, so wollet ihr solcheAssignationes wohl examinieren, ob sie nötig gewesen und auch widerunsere jüngste Verordnung, die wir unserm Hoffrentmeister hinter-lassen, geschehen sein.