Fünfter Abschnitt. Die definitive Annahme des Arrendesystems (1684—97). 385
Teil von diesen Erwerbungen war in der Kurmark belegen, die wesent-lichste von ihnen war das Amt Neustadt a. d. Dosse, das Friedrichim Jahre 1694 für nominell 114000 Thaler — in Wahrheit wurdedas magdeburgische Amt Öbisfelde für 60 000 Thaler in Tausch ge-geben und der Rest durch Übernahme von Schulden beglichen — vondem Landgrafen Friedrich zu Hessen - Homburg kaufte \ FriedrichWilhelm schon hatte den besonderen Besitz, den er sich ausgesonderthatte, eifrig zu vermehren getrachtet: im September 1688, also nurWenige Monate nach seinem Tode, wurde festgestellt, dafs neuerdingsa Hein die Ämter Potsdam und Saarmünd durch 22 Güter arrondiertWorden waren; 17 von ihnen hatten zusammen über 167000 Thalergekostet 2 .
Aber auch die Amtskammer selbst ist unter Knyphausens Ver-waltung nicht müfsig geblieben, sie hat noch unter Friedrich Wilhelmvon kleineren Erwerbungen abgesehen 8 — zwei Ämter angekauft,darunter ein sehr grofses. Es waren Goldbeck, das für 12600 Thaler,l ö Jahre 1686 erworben wurde 4 , und Löckenitz, dafs früher einmal*« kurfürstlichem Besitz gewesen war, schon 1621 auf 215000 Thalerabgeschätzt worden war und im Jahre 1685 wieder in das Eigentum desKurfürsten überging 5 . Das Amt zählte nicht weniger als 6 Vorwerkeund 14 Dörfer 0 . Auiserdem ist vor 1688 noch das ehemals halber-
^osenthal, Hermannsdorf und das Gut Tigel, Haus und Dorf Nauendorf, HerrschaftKasserode, das Amt Neustadt an der Dosse, die Herrschaft Masau in Pommern,Middelaer und Moyland in Kleve, Friedrichshof, Friedrichsberg und Friedrichs-*alde in Preußen, die Hohensteinischen und Güldenauschen Kollekturen, die VogteiQuedlinburg und das Amt Petersberg, („Spezifikation der Gütter, Dörfer, Herr-Sc haften und Prätensiones, welche S. K. D. sieder ao. 1674 als Kurprinz und sieder*°- 1688 als Kurfürst acquirieret", Beil. 2 zu dem Bericht Danckelmans pr.l0 - Juli 1698).
1 Kauf- und Permutationskontrakt von 1694 (o. D. u. M., Prov.-Arch.).
2 Zum Amte Potsdam waren im ganzen zwischen 1660 und 1681 12 Güter6r kauft, darunter Bornstedt und Glicnicke. Von ihnen hatten 7 zusammen 95800 Thlr.Sekostet. Die 10 Güter, die zum Amt Saarmund geschlagen worden waren, hatten71 892 Thlr. gekostet. (Spezifikation vom 17. Sept. 1688.)
8 So liegt z. B. ein Dokument vor, nach dem ein Gutsanteil im Dorfe Britzür 4000 Thlr. an den Kurfürsten Friedrich überging. (Kaufkontrakt mit dem BürgerUn <l Materialisten N. N. zu Berlin 28. Mai 1693. Prov.-Arch.).
Der Kurfürst an Rhetz und drei andere Kommissare 10. Dez. 1686.5 Damals wurde — den Kaufpreis habe ich nicht feststellen können — vonlhlJ i Besitz ergriffen. (Grnmbckow und Weise an den Kurfürsten 20. Juni 1685.)
0 Summarischer Extrakt aus dem Amtsbuch zu Löckenitz vom 28. Dez. 1684s - u- Akten Nr. 125).
u rk. n. AHeiist. z. G. des Kurf. Friedr. Wilh. N. F. 1. 25