Druckschrift 
Ueber den Staatsbürgervertrag oder Grundsätze des öffentlichen Rechtes
Entstehung
Seite
282
Einzelbild herunterladen
 

282ben führt, als wenn er nicht daran glaubte,dieser verdient auf's äußerste gestraft zu werden;denn er hat das größte der Verbrechen einenMeineid im Angesichte der Gesetze begangen.Die Lehrsätze dieser Staatsbürger=Religionmüssen einfach, nicht überhäuft, bestimmt aus-gedruckt, keiner Auslegungen, noch gelehrter Er-läuterungen bedürftig seyn. Das Daseyn einerallmächtigen, weisen, wohlthätigen, allwissen-den und allwaltenden Gottheit, ein zukünftigesLeben, die Belohnung der Gerechten, die Be-strafung der Lasterhaften, die Heiligkeit desStaatsbürgervertrages und der Gesetze; mehre-rer positiven Glaubensartikel bedarf es nicht.Die negativen lassen sich alle in einem einzigen zu-ſammenfaſſen, nämlich keinen Verfolgungs= nochSektengeist. Dieser gehört ganz zu den Sek-tenglauben, deren Schädlichkeit oben gezeigtworden.Diejenigen, welche zwischen bürgerlicher undkirchlicher Unduldsamkeit noch einen Unterschiedmachen, sind sehr in Irrthum. Meines Erach-tens ist es nur eine und dieselbe. Denn es istnicht möglich, mit Menschen, welche man fürverdammt hält, friedselig zu leben. Sie lieben,wäre Gott hassen, in dessen Augen sie verworfensind. Man muß sie schlechterdings entweder be-kehren oder verfolgen. Ueberall, wo kirchliche