275Damit ein solches Volk stäts in friedlicherEintracht bliebe, müßten die Bürger insgesammt,ohne Ausnahme, Christen von gleicher Güteseyn. Befindet sich unglücklicher Weise ein ein-ziger Heuchler (z. B. ein Catilina, ein Crom-well) unter ihnen; wie wird dieser seinen gottes-fürchtigen Landesgenossen mitzuspielen wissen!Die christliche Liebe erlaubt nicht, gleich Boͤſesvon seinem Nebenmenschen zu denken. Hat erlistiger Weise nur einmal den Weg gefunden,ihnen irgend etwas aufzuheften, einigen Einflußauf's Oeffentliche zu gewinnen: so ist es schonein Mann, der in Würden steht. Gott befiehlt,daß man ihn ehre. Wie bald wird er mit Ge-walt versehen seyn! Gott befiehlt, daß manihm gehorche. Sollte er diese Gewalt mißbrau-chen? Nun gut, so ist es eine Ruthe, womitGott seine Kinder züchtigt. Es wäre doch eineGewissenssache, den Betrüger wegzuschaffen.Die öffentliche Ruhe würde darunter leiden; eswürde Gewalt gebraucht, Blut vergossen werdenmüssen: welches Greuel für die christliche Sanft-muth sind. Und was liegt auch am Ende daran,ob man in diesem Jammerthal ein freyer Mann,oder ein Sklave sey? Die Hauptsache ist, gemachin den Himmel zu kommen, und die Selbstver-läugnung ist eben ein gutes Mittel dazu.Sollte irgend ein auswärtiger Krieg sie heim-S 2
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Ueber den Staatsbürgervertrag oder Grundsätze des öffentlichen Rechtes
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275
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