265allmählig mit einer Menge von Göttern undGottesdiensten (welche doch fast überall diesel-ben waren) überschwemmt werden; es mußteendlich dahin kommen, daß auf dem ganzen be-wohnten Erdkreise das Heidenthum als die ein-zige und die nämliche Religion betrachtet wurde.Unter solchen Zeitumständen erschien Jesus,und stiftete sein geistiges Reich auf Erden. Dieswar der Anfang der Trennung des gottesdienst-lichen Systems vom politischen. Die Staatenverloren dadurch ihre Einheit, und empfingenden Keim jener innern Spaltungen, welche seit-dem nicht aufgehört haben, die christlichen Völ-ker zu beunruhigen. Die Heiden konnten dieneue Idee eines Königreichs von der andernWelt nicht begreifen; sie glaubten vielmehr hin-ter dem Christenthum verkappte Empörer zu er-blicken, welche unter der Maske der Unterthä-nigkeit nur den Zeitpunct abwarteten, wo siesich als unabhängige Gebieter aufwerfen, unddas Reich von dieſer Welt, gegen welches ſie inihrer Schwäche sich ehrfürchtig bezeigten, gelegent-lich an sich reißen könnten. Dies war die Ur-ſache der Verfolgungen.Was die Heiden befürchtet hatten, traf wirk-lich ein. Alles bekam eine andere Gestalt; diedemüthigen Christen fingen aus einem höhernTone zu sprechen an, und aus dem vorgeblichen
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Ueber den Staatsbürgervertrag oder Grundsätze des öffentlichen Rechtes
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