264Weil also der Gottesdienst mit den Gesetzendes Staates, der ihn vorschrieb, so innig ver-flochten war, so gab es anders kein Mittel,ein Volk zu bekehren, als es mußte unterjochtwerden. Die Eroberer waren zugleich die Mis-sionarien. Der Besiegte war verpflichtet, seinemGottesdienste zu entsagen; aber er mußte erst be-ſiegt ſeyn, ehe davon die Rede ſeyn konnte. Statt,daß die Menschen für die Götter gekämpft hätten;waren es, wie im Homer, die Götter, welchefür die Menschen kämpften. Jeder flehete denseinigen um den Sieg an, und opferte dafürmit neuen Altären. Die Römer forderten je-desmal, ehe sie einen Ort einnahmen, erst dieGötter desselben auf, ihn zu verlassen. Als sieden Tarentinern ihre erzürnten Götter ließen, sogeſchah dies in der Meynung, daß dieſe Goͤtterden ihrigen unterworfen, und ihnen huldigenmüßten. Sie ließen den Ueberwundenen ihreGötter, so wie sie ihnen ihre Gesetze ließen.Eine Krone für den Jupiter des Capitols waroft der einzige Tribut, den sie verlangten.Daher nun, daß die Römer mit ihren Ero-berungen ihren Gottesdienst immer weiter ver-breiteten; daß sie oft selbst die Gottheiten derUeberwundenen aufnahmen, und ihnen, so wieden Nationen, das Bürgerrecht geſtatteten: muß-ten die Voͤlkerschaften dieses großen Reiches
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Ueber den Staatsbürgervertrag oder Grundsätze des öffentlichen Rechtes
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264
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