191Freyheit nur auf Kosten der Freyheit Anderer er-halten, und der Staatsbürger nur dadurch voll-kommen frey werden kann, wenn der Sklav imäußersten Grade Sklav ist. So war es in Spar-ta. Freylich ihr, neugemodelten Völker! ihr habtdie Freyheit dieſer Unglücklichen mit der eurigeneingelöst. Möget ihr mit diesem Vorzuge großthun; ich finde mehr Feigherzigkeit, als Menſch-lichkeit darin.Man denke aber nicht, als wenn ich die Noth-wendigkeit, Sklaven zu haben, oder gar dieRechtlichkeit des Sklavenstandes, hier in Ver-theidigung nehmen wollte; mich dünkt, ich habedavon das Gegentheil bewiesen. Hier war nurvon den Ursachen die Rede, warum die heu-tigen Völker, welche sich einbilden, frey zu seyn,Stellvertreter haben, und warum die ältern Völ-ker dergleichen keine hatten. Ich kann mich ein-mal von der Ueberzeugung nicht trennen: Sobald ein Volk seine Stelle vertreten läßt, so istes nicht mehr frey; es ist nicht mehr.Alles wohl erwogen, sehe ich wahrlich keineMöglichkeit mehr, wie in Zukunft die Völkerunsers Zeitalters ihre höchste Gewalt aufrechterhalten werden; es müßten denn überall nurkleine Staaten ſeyn. Aber kleine Staaten ſtehenin Gefahr, unterjocht zu werden. Nicht doch;
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Ueber den Staatsbürgervertrag oder Grundsätze des öffentlichen Rechtes
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197
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