155kommen, oder wozu der Thron (qq) sie machenwird.Diese Bedenklichkeiten sind obengedachten Ge-lehrten nicht entgangen; aber sie lassen sich da-durch nicht irre machen. Das beste Mittel ist,gehorsam zu seyn, sagen sie, gehorsam ohnezu murren. Gott beschwert uns zuweilen imUnwillen mit einem boͤſen Koͤnige; man muß(49) Ein denkwürdiges Selbstgeständniß über die Ge-fahren des Thrones (aus dem Munde des ver-ewigten Kaisers Galba) findet sich bey TacitusHist. I. 15. „Wenn uns alles nach Wunsche geht,„werden unsere Leidenschaften schärfer, und drin-„gen bis in's Innerste des Gewüthes. Bedrängnisse„machen den Menschen duldsam, ein anhaltendes„Glück verdirbt ihn. Du freylich wirst für Redlich-„keit, Freyheit und Freundschaft (das Köstlichste,„was der Mensch hienieden hat) noch immer Sinn„behalten: aber, die Dich umgeben, werden Dich„darum zu bringen suchen. Schmeichler werden„Dich überströmen mit Liebkosungen, einem Gift,„welches alle wahre Empfindung tödtet. Der Ei-„gennutz macht sie beredsam. So geradezu, wie„wir heute einander sprechen, wird sich Niemand„Dir nähern. Sie sprechen lieber mit den Glanze,„der Uns umgiebt, als mit Uns selbst. Denn es„erfordert Verstandskraft, einem Fürsten zu rathen,„was sich gebührt; Ihm zu Gefallen reden, thut„jeder ohne Mitgefühl und ohne Mühe.“ — Für-stenspiegel S. 24—45; 227—242; 248—263,
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Ueber den Staatsbürgervertrag oder Grundsätze des öffentlichen Rechtes
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155
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