150darüber vergessen; er wird es durch die Miß-brauchung der Fähigkeiten, die er zu viel hat,nicht weniger unglücklich machen, als ein be-schränkter Fürst durch die Dürftigkeit der sei-nigen. Das beste wäre, wenn sich ein Königreichbey jeder Thronbesteigung, nach Maaßgabe derGeistesanlage des Fürsten, entweder ausbreiten,oder in sich zurückziehen könnte.Die Fähigkeiten eines aus mehreren bestehendenRegierungskörpers bleiben sich hingegen mehrgleich, und ein solcher Staat kann, ohne Ge-fährdung der öffentlichen Verwaltung, beständigdieselbe Gränze behalten.Eine der fühlbarsten Unfügsamkeiten einermonarchischen Verfassung ist der Mangel jenerstätigen Aufeinanderfolge, welche den andernVerfassungen einen so ununterbrochenen Zusam-menhang giebt. Ist ein König gestorben, somuß ein anderer an dessen Stelle. Die Wahlennehmen eine gefahrvolle Zwischenzeit ein; sie er-regen Stürme. Sind die Staatsbürger nicht ineinem vorzüglichen Grade uneigennützig, undunverdorben, mehr, als sich unter solcher Ver-fassung gewöhnlich erwarten läßt — so mischensich Bewerbungen und Bestechungen unter.Schwerlich wird derjenige, an welchen der Staatsich endlich nun verkauft, den Staat nicht wiederverkaufen und die Schwächeren den Preis nicht
Druckschrift
Ueber den Staatsbürgervertrag oder Grundsätze des öffentlichen Rechtes
Entstehung
Seite
150
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten