136Reichen sowohl als den Armen, jenen durchden Genuß, letzteren durch die Habgier; er giebtdas Vaterland der Weichlichkeit und der Eitel-keit preis; er entzieht dem Staate alle Bürger,denn einer wird dem andern, und Alle werdendem Wahne dienstbar.Deswegen hat auch ein bekannter Schrift-steller den demokratischen Verfassungen die Tugendzum Prinzip gegeben. Freylich werden ohne dieTugend obige Bedingungen schwerlich alle zuStande kommen; aber wegen Mangel an gehö-riger Unterscheidung hat diesen schönen Geist oft-mals die Richtigkeit des Urtheils, zuweilen dieDeutlichkeit verlassen (kk); hier wenigstensscheint seinem Blicke entgangen zu seyn, daß,weil die höchste Gewalt überall dieselbe ist, auchdasselbe Prinzip in jedem wohlgeordneten Staateherrschend seyn müsse; unläugbar mehr oderweniger, je nachdem es die Regierungsform mitsich bringt.Man setze zu dem Obigen noch hinzu: daßkeine Regierung so sehr zu Bürgerkriegen undinnern Erschütterungen geneigt ist, als eine de-juokratische, oder eine Volksregierung. Denn(kk) Garve's (Vers. über versch. Gegenst. II. Th. S.411 — 421.) Bemerkungen über Montesquieu'sschriftstellerischen Werth verdienen hier erwähnt,und verglichen zu werden.
Druckschrift
Ueber den Staatsbürgervertrag oder Grundsätze des öffentlichen Rechtes
Entstehung
Seite
136
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten