Druckschrift 
Ueber den Staatsbürgervertrag oder Grundsätze des öffentlichen Rechtes
Entstehung
Seite
14
Einzelbild herunterladen
 

14verpflichtet sey. Es kommt also immer meineobige erste Frage wieder.IV.Sklaverey.Weil kein Mensch von Natar berechtiget ist,über seines Gleichen zu gebieten, und weil dieStärke durchaus kein Recht verleiht: so bleibtnur noch die freywillige Vereinbarung zur Grund-lage einer rechtmäßigen Gewalt unter den Men-schen übrig.Wenn ein Einzelner, sagt Grotius; seineFreyheit veräußern, und sich zum Sklaven einesGebieters machen darf: warum sollte ein ganzesVolk dies nicht ebenfalls dürfen, und sich einemKönige unterwerfenEs kommen in diesemSatze mehrere vielsinnige Ausdrücke vor, welchealle wohl einer Erörterung bedürften. Wollenwir uns an dem Worteveräußern halten.Veräußern, bedeutet so viel, als: verschenkenoder verkaufen. Nun, ein Mensch, der sich zumSklaven eines Andern brauchen läßt, verschenktsich doch nicht; er verkauft sich, zum wenigstenfür den Unterhalt seines Lebens. Aber wofürwird ſich denn ein ganzes Volk verkaufen? Weitentfernt, daß ein König seinen Untergebenen denUnterhalt reiche, bezieht er den seinigen vielmehr