DER DULDER
Ich zahle busse für verletzte kröne:
Dass mir zu tief in gram versunkner sinn
Die äugen blind die hände müde machte..
O erst der letzte tag gab hass und kraft
Mir wieder: was ich scheute, tod und räche,
Brach blitzend aus der eingepressten seele
Und riss den quäler mit ins grab — zu spät!
Mein tag versank... Nun treibt mich schmerz und schäm
Durch nächtige täler bis der fluch gesühnt
Dass ich nur duldete nur einsam litt
An höhn und ekel bis zum Wahnsinn litt,
Treibt mich — so fiel der spruch — durch dunst und see
Bis dreimal liebend mir der bruder ruft.
DER WANDRERSo bist du heut entsühnt! Denk nicht an magenDie selbst dem netz verfielen — als ich erstmalNach früher fahrt den blick zum lichte hobStand deine Schönheit strahlend vor mir aufUnd drang mit solcher wärme mir zum herzenDass ich dich bruder nannte, dulderkönig.Du sprachst es selbst: ich rief zum dritten mal!Schon leuchtet deine blässe silbern aufDie fahlen rosse glühn und sprühn in funken:Hier bricht der fluch, uns bleibt dein reines bild.
DER DULDER
Ich fühle, bruder, wie die irrjagd weicht,
Die flucht durchs feuchte himmlischer gesellung:
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