DER WANDRER
Mein kind wie leicht, vor ihm wie schön der tod!Wer leben liebt muss auch den tod — sie sindVom gleichen meister — wollen. Sieh uns wächstDas süsse fleisch der frucht nicht ohneDen bittern kern der alles künftige lebenIm dunklen keime trägt: er ist der stilleGewaltige herrscher der den zoll erhebtVon jeder fracht die wir zum lichte holenEr füllt den schätz von dem die liebe lebt.
DER GEFÄHRTESo lehre mich, was war der schattenstein?
DER WANDRER
Er WAR für den der siegte, IST für den der
Sinkt, nur sagbar alter künde — lies
Im buch der zeiten: jede neue biege
Des heiligen weges zeigt sein andres bild,
Er trägt verkehrt des werkers wort und miene,
Gespenst und namen wechseln, doch die Welke
Formt ihn aus Ungeheuern öden, selber
Am bodenlosen grund des brunnens saugend
Ob aus dem götterkreis von tod und leben
Müdes und tolles fiele das sie schlinge
Verschlinge bis der bau der goldnen Sterne
In nichts zerfiele, glut und frost ins laue,
Und tag und nacht in dämmerloses grau.
3 Wolters, Der Wandrer. 33