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Der Wandrer : 12 Gespraeche
Entstehung
Seite
33
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DER WANDRER

Mein kind wie leicht, vor ihm wie schön der tod!Wer leben liebt muss auch den tod sie sindVom gleichen meister wollen. Sieh uns wächstDas süsse fleisch der frucht nicht ohneDen bittern kern der alles künftige lebenIm dunklen keime trägt: er ist der stilleGewaltige herrscher der den zoll erhebtVon jeder fracht die wir zum lichte holenEr füllt den schätz von dem die liebe lebt.

DER GEFÄHRTESo lehre mich, was war der schattenstein?

DER WANDRER

Er WAR für den der siegte, IST für den der

Sinkt, nur sagbar alter künde lies

Im buch der zeiten: jede neue biege

Des heiligen weges zeigt sein andres bild,

Er trägt verkehrt des werkers wort und miene,

Gespenst und namen wechseln, doch die Welke

Formt ihn aus Ungeheuern öden, selber

Am bodenlosen grund des brunnens saugend

Ob aus dem götterkreis von tod und leben

Müdes und tolles fiele das sie schlinge

Verschlinge bis der bau der goldnen Sterne

In nichts zerfiele, glut und frost ins laue,

Und tag und nacht in dämmerloses grau.

3 Wolters, Der Wandrer. 33