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Formen, ob alle Vorstellungen, Erkenntniße oder Gazeeines der Geister oder geistigen Erzeugniße unter einandersowie mit den Gesezen und Fodrungen des Denkens Harmoni-ken; das Sittlichkeitsgefühl endlich, auf Thatsachen undFormen sich beziehend, entscheidet in höchster Instanz überdie objektive und subjektive Wahrheit zugleich, wenn auchseine Stimme meistentheils nur negativ, nur verweigernd ist,wenn es auch gleichsam gegen eine Behauptung oder Lehrenur sein Veto einlegr.
Wollte man aber nur einer einzigen dieser drei Erkennt-nisquellen das Recht einräumen, über die Wahrheit einerProposirion zu entscheiden, so würde man unfehlbar in Jrr-thum und Ungereimtheit verfallen. Wollte man etwa nur dengesunden Menschenverstand als den einzigen Fond aller Erkennt-nis, als den einzigen Richter aller Wahrheit anschen, sowürde der nach Licht und erhabenen Dingen einer anderenWelt sich sehnende Geist des Menschen über das Alltägliche, An-schauliche und Handgreifliche, also am Ende über einen rohenEmpirismus nicht hinauskommen; wollte man dagegendie filosofirende Vernunft als die höchste Gewalt im literari-schen Staate verehren, ihren Aussprüchen allein vertrauenund so, wie man sagt, dem Rationalismus huldigen,so würden bald die abenteuerlichsten Hirngespinnste auch dasSonnenklare unserer Erkenntnis verdüsternd umwebea, Dün-kel und Anmaßung das Reich des Wissens in Verwirrungbringen und zukezt das Unterste zu oberst kehren, die Pyra-mide der DiSciplinen, die in manchem Zeitalter so schön zumHimmel emporstieg, auf die Spize stellen; wie wir es auchwirklich in den lezten Tagen deutsch-filosofischen Bestrebenserfahren mußten. Aber auch das praktische Interesse deSMenschen kann nicht allein Richter unserer Erkenntniße, un-seres theoretischen Mühens, unseres Strebens nach Einsichtin die Natur der Dinge sein. Denn das Gewitzen fodert mitunerbittlicher Strenge eine genaue Beobachtung des Sitten-gesezes und verwirft alles, was diesem zuwider lauft; und