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keine tastbaren Gestalten zum Darstellungsmittel des Schö-nen wälen, aber doch zu den bildenden Künsten gehören, aus-schließt. Sage ich aber z. B. Die sprechende Kunst ist dieHarmonie mehrer Fertigkeiten das Schöne darzustellen, soist meine Definition zu weit, weil sie auch die bildenden undbewegenden Künste in ihren Bestimmungskreis einschließt.
Man gebe somit beim Definiren eines Gegenstandes,oder was dasselbe ist, eines Begriffs und seines Ausdruks,immer nur diejenigen Merkmale an, wodurch die Sachedas ist, was sie ist, und hierauf diejenigen, wodurch sie sich vonallen andern Dingen unterscheidet; sowie man beim Einthei-len einer Gattung in Arten nur diejenigen Spezies aufführenwird, die im Gebiete des Gemeinbegriffes liegen und sonstin keinem andern Gedankenkreise zu finden sind; beim Ein-theilen der Maler z. B. nur die Landschaftsmaler, Geschichts-maler, Porträtmaler, Genremaler, nicht aber auch die An-streicher, die im Gebiete der nüzlichen Künstler stehen. Ver-fehlt wäre somit eine Erklärung, die von blos äusserenVerhältnißen des Dinges hergenommen ist, von Beziehungen,die ihm nicht wesentlich zukommen, nicht seinen inner«Charakter ausmachen; z. B. Das Waßer ist die Flüßigkeit,die man in Bächen und Brunnen findet; Salze nennt mandie Substanzen, die so häufig in der Haus - und Kunstwirth-schaft gebraucht werden, Metalle sind diejenigen Stoffe derNatur, die der Mensch durch Feuer bearbeiten muß u. d. g.Aber die gefährlichste Klippe beim Definiren ist das Erklärendurch das Zuerklärende oder gar das Wiederholen des zu de-finirendcn Ausdruks in der Erklärung selbst, wobei uns so-dann der Verständige zuruft: »ickem per iäem.« Z. B. DieSchwere ist die Eigenschaft der Körper, nach welcher ein je-der ein Gewicht hat. Freundschaft ist die zwischen zwei Per-sonen bestehende freundliche Gesinnung; oder: Wir nennensinnliche Vorstellungen diejenigen, die sich auf sinnliche Dingebeziehen u. d. g. Nehmt euch daher, meine geliebten Schü-ler! vor diesen Fehltritten in Acht, sucht zur Definition im-